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Weinseelig April 2009
Weinseelig – ein Sommerabend mit Bodensee-Weinen
Am 25. Juni findet in Konstanz ein internationaler Sommerabend mit Bodenseeweinen statt. Das Restaurant Seerhein, direkt am Wasser gelegen, ist der ideale Ort, um gemeinsam in lockerer Atmosphäre Weine vom Bodensee zu probieren. Das Besondere: Viele Mitglieder des BodenseeWein e.V., Thurgauer und Schaffhauser Winzer sind dabei! Organisatoren des Abends sind Rebecca Koellner und Maria Peschers vom akzent Verlag, Jürgen Dietrich und Marion Schäfer vom Staatsweingut Meersburg
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und die Spitalkellerei Konstanz mit Hubert Böttcher und Stephan Düringer.
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Zu Besuch im "Seerhein" ist der Vorsitzende des Vereins, Jürgen Dietrich.
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Ein erster warmer Frühlingstag in Konstanz, so warm, dass wir das Interview auf der Terrasse durchführen können. Ein gut gelaunter Jürgen Dietrich erfreut sich der Lage. Nicht nur wegen der schönen Aussicht und dem beginnenden Frühling.
Herr Dietrich, als Direktor des Staatsweingutes Meersburg und als Vorsitzender des Vereines BodenseeWein sind Sie viel unterwegs. Welche Weinmesse haben Sie als letztes besucht?
Dietrich: Die BW Classic in Duisburg. Das ist eine relativ neue Messe in Mitteldeutschland. Rund 70 Winzer aus den südlichsten Anbaugebieten Deutschlands präsentierten ihre Weine. Das Staatsweingut Meersburg war auch mit dabei.
Welche Tendenzen sind auf dieser Messe sichtbar geworden?
Dietrich: Wir konnten deutlich mehr Umsatz auf der Messe verzeichnen. Es gab keine spürbare Kaufzurückhaltung unter den Besuchern. Vielleicht hat die Krise – wenn man so will – eine Rückbesinnung auf deutsche Weine, also eine Art leichte Anti-Globalisierungswelle, bei den Verbrauchern ausgelöst. Die Welt ist viel unüberschaubarer geworden. Bei uns, hier in der Region weiß der Verbraucher, woher der Wein kommt. Und, die Leute haben genug von schlechter Stimmung – sie wollen einfach wieder mehr das Leben genießen.
Gute Weine gibt es aus der ganzen Welt. Das Angebot ist riesengroß. Viele Verbraucher tun sich schwer, einen passenden Wein auszuwählen. Welchen Wein haben Sie als letztes verkostet?
Dietrich: heute früh unseren Secco Rosé 2008, ein Perlwein. Eine wahre Fruchtbombe! Der macht richtig Freude.
Und welchen Wein aus dem internationalen Bodenseeanbaugebiet?
Dietrich: Am Sonntag zum Mittagessen einen 2005er Spätburgunder aus dem Barriquefass vom Weingut Clauß in Nack. Ein wunderbarer Rotwein mit gut eingebundenem Tannin, der vorzüglich zum Rinderfilet mit Kräuterkruste passte.
Was mögen Sie an den Bodenseeweinen im Allgemeinen?
Dietrich: in erster Linie ihre Eleganz und Unbeschwertheit. Die Weißweine sind mineralisch, etwas säurebetont und bei aller leichten Anmutung doch gehaltvoll. Das kommt von der Höhenlage, dem Boden und dem „Seeklima“. Das Zusammenspiel dieser Faktoren ist einzigartig in Deutschland. Bei den Rotweinen spielt der Spätburgunder die wichtigste Rolle. Am Bodensee wirken die Weine dieser Sorte wie vornehme Damen, elegant, etwas distinguiert und feminin.
Der Bodensee verbindet und trennt zugleich. Da war es bestimmt sinnvoll, die Winzer der Region zusammenzubringen. Wie ist die Idee für die Gründung des Vereines BodenseeWein entstanden?
Dietrich: Ursprünglich war es die Idee meines Vorgängers, Herrn Helmut Häussermann. Wir haben vor rund sechs Jahren ganz klein angefangen. Schließlich gab es noch keinen gemeinsamen Auftritt der Bodenseewinzer. Es kam vor, dass sich einige Kollegen noch nicht einmal kannten! Es schien wichtig, dass eine gemeinsame Plattform gefunden wird, um Wein und Region gemeinsam nach vorne zu bringen.
Welchen Zweck verfolgt der Verein?
Dietrich: Wie gesagt geht es darum, die Bodenseeregion auch als Weinbaugebiet bekannter zu machen und ein Bewusstsein bei den Verbrauchern, aber auch bei den Winzern, für die einheimische Region zu schaffen. Es geht aber auch um den Erfahrungsaustausch der Winzern untereinander. Gemeinsam ist man einfach stärker.
Welche Erfolge konnte der Verein bis heute verzeichnen?
Dietrich: Wir haben den „Bodensee-Weinführer“ aufgelegt, mittlerweile in der 3. Ausgabe. Unsere Website wird viel frequentiert. Und unsere Bodenseeweinmesse in Meersburg ist stets gut besucht. Diese gemeinsamen Auftritte sind ganz wichtig, zumal sich die Weingenießer gerne eine Übersicht über das Angebot in der Region verschaffen. Sehr erfolgreich ist auch der Internationale Müller-Thurgau-Wettbewerb, den wir seit nunmehr fünf Jahren ausrichten. Während dieser Zeit blickt die deutsche Weinwelt auf den Bodensee.
Was sind die Visionen des Vereins?
Dietrich: Wir möchten gerne eine internationale "Bodensee-Weinstraße" aufbauen, ein Netzwerk von Winzern und Touristikern rund um den See. Deutschland, die Schweiz, Österreich und Liechtenstein wären aufs Schönste somit vereint.
Warum macht der Verein bei der weinseelig, „ein Sommerabend mit Bodenseeweinen“ im Juni in der Restaurant „SeeRhein“ mit?
Dietrich: Wir wollen dort nicht in erster Linie Wein verkaufen. Uns geht es erstmal darum, etwas anderes zu machen als üblich und uns auch einmal in Konstanz zu präsentieren.
Was versprechen Sie sich von diesem Abend?
Dietrich: Wir finden, dass der Seewein in Konstanz etwas unterrepräsentiert ist. Wir möchten mit den Leuten in Konstanz locker bei einm guten Glas Wein ins Gespräch kommen. Vielleicht können wir noch mehr von der Vielfalt der Weine vom See begeistern. Das möchten wir gerne gemeinsam erreichen.
Weinseelig – ein Sommerabend mit Bodensee-Weinen. Für alle Weininteressierten, die in lockerer Atmosphäre Weine probieren wollen.
Donnerstag, 25. Juni von 17.00 bis 21.00 Uhr
Restaurant „Seerhein“ in Konstanz
Eintritt: 10,00 Euro
www.bodenseewein.de
www.staatsweingut-meersburg.de
Das Interview führte Rebecca Koellner.


