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Weinseelig Oktober 2009

Naturschutz und Genuss in einer besonderen Verbindung

Naturschutz und Genuss in einer besonderen Verbindung

(D – Radolfzell-Möggingen) Verglichen mit den beiden in der letzten Akzent-Ausgabe vorgestellten Wein-Importeuren Peter Riegel und Angelo Romanin agiert Wolfgang Friedrich in einer kleineren Kategorie.

Eigentlich arbeitet er als Geschäftsführer im Bereich Personal, Finanzen und Gruppenbetreuung für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland Baden-Württemberg. Doch vor zehn Jahren übernahm er die unterfinanzierte BUND Service GmbH, in der der Buchverkauf und die wirtschaftlichen Aktivitäten des BUND gebündelt sind. „Was kann ich gut und woran habe ich Spaß?“, überlegte der passionierte Weingenießer und Kenner Südeuropas. „Wein anbieten“, lautete die Antwort. Durch den Aufbau des Weinhandels konnte die BUND-Service GmbH finanziell gestärkt und unsere Region um einen Bio-Weinhandel reicher gemacht werden. Wolfgang Friedrich hat drei Prämissen: Erstens muss alles Bio-Wein sein, zweitens bietet er eine große Auswahl an günstigen guten Alltagsweinen zwischen 4 und 6 Euro an – und alle Weine müssen ihm schmecken. Natürlich gibt es auch edlere Getränke bei ihm, wie eine Gewürztraminer-Edition vom Kaiserstuhl für fast 15 Euro. Im Weinkeller des BUND-Naturschutzzentrums in Möggingen bei Radolfzell lassen sich also wahre Schätzchen entdecken. Sein Favorit ist im Moment eine rote Cuvée mit dem Namen Petit Malherbe aus den Rebsorten Carignan, Merlot, Cabernet franc und Chenanson. Hier ist dem Winzer die Kunst gelungen, aus dieser Zusammenstellung einen herrlich weichen und runden Wein zu komponieren, wobei sich die verschiedenen Rebsorten wunderbar zu etwas völlig Neuem vermählen. An die rund 150 Kunden von Wolfgang Friedrich werden im Jahr etwa 7000 Flaschen Wein verkauft. Seine Leidenschaft für den Wein verbindet der Hobby-Ornithologe in Gedanken immer mit seinen vogelkundlichen Reisen nach Südfrankreich und Spanien. Dort besucht er regelmäßig Bio- Winzer, denn der persönliche Kontakt zu seinen Lieferanten ist ihm sehr wichtig. Daher kann er auch viele Geschichten von den Landschaften und den engagierten Bio-Winzern erzählen, die alle ganz besondere Menschen sind. Wolfgang Friedrich verzichtet auf eine aufwändige Werbung, denn „guter Wein pflanzt sich von alleine fort“: Die Mundpropaganda hat ihm schon viele treue Kunden beschert. Dieses Jahr fährt er im Urlaub nach Südfrankreich in die Cevennen in der Region Languedoc. In einem abgelegenen Tal in diesem küstennahen Kalkgebirge liegt Saint-Jean-de-Buèges, ein kleines, ganz malerisches Dorf – und ein zauberhafter Ort, um Spezialitäten des Landes und natürlich ganz besonders den Wein zu genießen.

BUND Service GmbH Möggingen, Mühlbachstraße 2, 78315 Radolfzell-Möggingen, Tel. 07732 1507-0, , www.bund-bawue.de, Ansprechpartner: Wolfgang Friedrich

Text: Susanne Breyer

Bio-Wein und feine Destillate

Bio-Wein und feine Destillate

(D – Hagnau) Wer das Leben eines Bio-Winzers und Destillateurs hier in der Region hautnah erleben möchte, dem sei ein Urlaub bei Heiner Renn auf dem Burgunderhof in Hagnau ans Herz gelegt.

Der Hausherr steht schon beim Frühstück seinen Gästen Rede und Antwort zu seiner Arbeit und Leidenschaft, dem Weinbau und dem Brennen von Hochprozentigem. Täglich steht er auch in seinem Laden, in dem im Jahr rund 20.000 Flaschen verkauft werden. Heiner Renn arbeitet in seinem Weinberg nach den strengen Ecovin-Richtlinien. Hauptsächlich baut er Müller-Thurgau, seinen Lieblingswein, Grauburgunder, Sauvinon blanc, Cabernet Mitos und Spätburgunder an. Alle fünf Weine wurden 2008 mit der baden-württembergischen Goldmedaille ausgezeichnet, der Spätburgunder erhielt zusätzlich die Sonderauszeichnung als bester badischer Spätburgunder. Sein Lieblings-Destillat ist der Zwetschgenbrand, seine Gäste schätzen jedoch am meisten seinen Tresterbrand, die Entsprechung zum italienischen Grappa. Heiner Renn missbilligt sehr die irreführenden Begriffe wie „integriert“ und „naturnah“, mit denen oft geworben wird. Das habe nichts mit ökologischem Weinbau zu tun, wenn man einmal weniger Herbizide spritzt, oder wenn man zwar Gras unter den Reben wachsen lässt, aber trotzdem Pestizide verwendet. Die Anerkennung als ökologisch arbeitender Weinbaubetrieb kam bereits 1993, seit 2003 ist der gesamte Hof und Anbau als ökologisch arbeitender Betrieb anerkannt und zertifiziert, das heißt, es wird auf jegliche Chemie verzichtet.

Burgunderhof Renn, Sonnenbühl 70, 88709 Hagnau, Tel. 07532 807 680, www.burgunderhof.de

Text: Susanne Breyer