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Story/Thema Juli 2010
Die Königsdisziplin des Frühstücks: der Brunch
Für den Einen ist brunchen ein langes Frühstück mit frischen Brötchen, fruchtigen Marmeladen und frisch gepressten Säften. Für den Anderen ein frühes, ausgedehntes Mittagessen mit Salaten, einem guten Stück Vollkornbrot und leckeren herzhaften Speisen. Wörtlich genommen ist der Brunch die goldene Mitte von beidem: eine Mischung aus breakfast (Frühstück) und lunch (Mittagessen). Ein Essen, sowohl zeitlich als auch kulinarisch, irgendwo zwischen Frühstück und Mittagessen, mit Speisen von fruchtig-süß über herzhaft kalt bis hin zu deftig warm. Außerdem ist ein Brunch vor allem eine Möglichkeit, einen Gang zurück zu schalten und in fröhlicher Geselligkeit einfach mal die Seele baumeln zu lassen.
Der spätaufstehende Müßiggänger
'Müßiggang' hieß das noch Ende des 19. Jahrhunderts, als sich das späte, ausgedehnte Frühstück nach und nach in Europa als kulinarisches Phänomen etablierte. Mit der Wortschöpfung „brunch“ hatte man 1896 einen Begriff für das gefunden, was in den höheren Klassen längst Mode war: sich an einer mit Speisen reich bedeckten Tafel am sonntäglichen Morgen über viele Stunden, manchmal sogar bis in den Nachmittag hinein, den Genüssen des Essens hingeben und dabei möglichst viel Zeit mit Gesprächen und vor allem Nichtstun verbringen. Ein Dorn im Auge des sittsamen Bürgertums. Zum einen ließ sich der sonntägliche Müßiggang nicht mit dem Kirchgang vereinbaren; vor allem stand er aber auch im Kontrast zu Fleiß und Strebsamkeit des Bürgertums, von der Verschwendung ganz zu schweigen. So rümpfte der sittsame Teil der Bevölkerung die Nase, während der Rest in ausgiebigen Essgelagen den Freuden des Essens fröhnte.
Luxus damals wie heute
Von einem richtigen Essgelage wird heute zwar eher selten gesprochen, aber eine gewisse Form der kulinarischen Ausschweifung wird auch heute noch beim Brunchen zelebriert: in Cafés, Restaurants, bei besonderen Veranstaltungen oder auch einfach nur Zuhause im Kreis der Liebsten tümmelt sich der „homo brunchicus“ mit seinem Teller in der Hand entlang der Brunchbuffets dieser Welt zwischen Brötchen, Käse, Wurst und Co. Der frische Duft von Kaffee in der Luft, an einem schön gedeckten Tisch, ist die Mischung aus Frühstück und Mittagessen längst zum Ritual des modernen Müßiggängers geworden. Für ein paar Stunden aus dem Trubel der Welt aussteigen und den Alltag hinter sich lassen, mit tollem Essen, neuen kulinarischen Entdeckungen und in schöner Gesellschaft von guten Freunden oder einfach nur an einem schönen Morgen zu zweit. Ein Stück Luxus mitten im Alltag.
Brunch ist nicht gleich Brunch
Gerade hier, in der Region Bodensee-Oberschwaben-Donau, fällt die Qual der (Aus)Wahl für den persönlichen, perfekten Brunch unter der Vielzahl der außergewöhnlichen Gastronomen denkbar schwer. Immer mehr Restaurants und Cafés bieten vor allem an Sonn- und Feiertagen die Gelegenheit, in einem schönen Ambiente einfach mal für ein paar Stunden die Seele baumeln zu lassen. Ankommen, genießen, den Alltag zu Hause lassen und sich mit leckerem Essen verwöhnen. Je nach Küche des Hauses bewegt sich die Auswahl dabei zwischen einem gutbürgerlich-herzhaften Brunchbuffet und einer mit zahlreichen kulinarischen Raffinessen bestückten Tafel. Frisch gebackenes Brot und Brötchen, Hefegebäck, feine Marmeladen, Müslis, frische Früchte, Salate, Gemüse, Suppen, Rührei, leichte Nudelgerichte, Fisch – die Liste an kulinarischen Köstlichkeiten auf den Brunchbuffets in der Region ist vielfältig und kaum zu übertreffen.
Erlebnisbrunch
Ein ganz besonderes Brunch-Erlebnis garantiert der zünftige Bauernhof-Brunch zu dem am 04. Juli wieder 22 Bauernfamilien rund um den Westlichen Bodensee und in der Schweiz direkt auf ihren Hof einladen. Eine schöner Anlass für einen Familienausflug, bei dem sich Natur- und Genusserlebnis optimal miteinander kombinieren lassen. Doch interessierte Besucher können sich nicht nur auf regionale Leckereien freuen, sondern gleichzeitig auch die Gelegenheit nutzen, mal einen Blick hinter die Kulissen der regionalen Anbieter zu werfen. Wo kommt das Essen für unser ausgedehntes Essens-Ritual eigentlich her? Wie viel Mühe und Arbeit steckt in dem Mehl, aus dem die toll duftenden Brötchen gebacken werden? Wer hat das Gemüse für die köstliche Suppe angebaut? Und wie wird der leckere Käse aus der frischen Milch gemacht?
Selbstgemachte Marmeladen und Co.
Manchmal ist es aber auch einfach Zuhause am Schönsten, am eigenen Esstisch, im eigenen Garten und mit einem ganz persönlich und liebevoll gedeckten Tisch. Das neue Marmeladen-Rezept, das man endlich ausprobieren konnte, der feine Käse vom Dorfbauer nebenan, oder der heute extra frisch gepresste Orangensaft machen die eigene Tafel dabei zu einem ganz privaten königlichen Ereignis. Egal ob die Freunde um den eigenen Tisch versammelt sind oder die Familie mit einem tollen, ausgedehnten Frühstück überrascht wird: Mit der richtigen Gesellschaft, genügend Zeit und ein paar feinen Leckereien wir jeder Brunch zu einem kleinen festlichen Ereignis. Und lässt der Hunger am Morgen noch etwas auf sich warten, wird der Brunch eben einfach zu einem ausgedehnten Mittagessen. Denn Brunchen heißt auch heute noch in erster Linie einfach einfach mal die Seele baumeln lassen und Müßiggang betreiben: gut ausgeschlafen, in netter Gesellschaft und mit einem reich gedeckten Tisch an köstlichen Speisen.
Bauernhof-Brunch 2010, So 04.07., 9:30 bis 13 Uhr
Weitere Infos:
www.buure-zmorge.de
Text: Helen Brestel-Spannagel
Ausgedehnter Müßiggang: Der Brunch
Für den einen ist brunchen ein langes Frühstück mit frischen Brötchen, fruchtigen Marmeladen und frischgepressten Säften. Für den anderen ein frühes, ausgedehntes Mittagessen mit Salaten, einem guten Stück Vollkornbrot und leckeren herzhaften Speisen. Wörtlich genommen ist der Brunch die goldene Mitte von beidem: eine Mischung aus breakfast (Frühstück) und lunch (Mittagessen). Ein Essen, sowohl zeitlich als auch kulinarisch, irgendwo zwischen Frühstück und Mittagessen, mit Speisen von fruchtig-süß, über herzhaft kalt bis hin zu deftig warm. Außerdem ist ein Brunch vor allem eine Möglichkeit, einen Gang zurück zu schalten und in fröhlicher Geselligkeit einfach mal die Seele baumeln zu lassen.
Der spätaufstehende Müßiggänger
"Müßiggang" hieß das noch Ende des 19. Jahrhunderts, als sich das späte, ausgedehnte Frühstück nach und nach in Europa als kulinarisches Phänomen etablierte. Mit der Wortschöpfung „brunch“ hatte man 1896 einen Begriff für das gefunden, was in den höheren Klassen längst Mode war: sich an einer mit Speisen reich bedeckten Tafel am sonntäglichen Morgen über viele Stunden, manchmal sogar bis in den Nachmittag hinein, den Genüssen des Essens hingeben und dabei möglichst viel Zeit mit Gesprächen und vor allem Nichtstun verbringen. Ein Dorn im Auge des sittsamen Bürgertums. Zum einen ließ sich der sonntägliche Müßiggang nicht mit dem Kirchgang vereinbaren; vor allem stand er aber auch im Kontrast zu Fleiß und Strebsamkeit des Bürgertums, von der Verschwendung ganz zu schweigen. So rümpfte der sittsame Teil der bürgerlichen Bevölkerung die Nase, während der Rest in ausgiebigen Essgelagen den Freuden des Essens frönte.
Luxus damals wie heute
Von einem richtigen Essgelage wird heute zwar eher selten gesprochen, aber eine gewisse Form der kulinarischen Ausschweifung wird auch heute noch beim Brunchen zelebriert: In Cafés, Restaurants, bei besonderen Veranstaltungen oder auch einfach nur Zuhause im Kreis der Liebsten tümmelt sich der „homo brunchicus“ mit seinem Teller in der Hand entlang der Brunchbuffets dieser Welt zwischen Brötchen, Käse, Wurst und Co. Der frische Duft von Kaffee in der Luft, an einem schön gedeckten Tisch, ist die Mischung aus Frühstück und Mittagessen längst zum Ritual des modernen Müßiggängers geworden. Für ein paar Stunden aus dem Trubel der Welt aussteigen und den Alltag hinter sich lassen, mit tollem Essen, neuen kulinarischen Entdeckungen und in schöner Gesellschaft von guten Freunden oder einfach nur an einem schönen Morgen zu zweit. Ein Stück Luxus mitten im Alltag.
Brunch ist nicht gleich Brunch
Gerade hier am Bodensee fällt die Qual der (Aus)Wahl für den persönlichen, perfekten Brunch unter der Vielzahl der außergewöhnlichen Gastronomen denkbar schwer. Immer mehr Restaurants und Cafés rund um den See bieten vor allem an Sonn- und Feiertagen die Gelegenheit, in einem schönen Ambiente einfach mal für ein paar Stunden die Seele baumeln zu lassen. In Konstanz kann man sich im Steg 4 mit wunderbarem Hafenblick verwöhnen lassen, während man nebenan in Kreuzlingen im Fischerhaus am Yachthafen findet, was das späte Frühstücks-Herz begehrt. Rorschach bietet gleich zwei Adressen zum morgentlichen Schlemmen: das Seerestaurant und das Hotel Mozart. Das Beste daran ist, dass man bei allen direkt am Wasser sitzt, während man den Brunch genießt, und dann heißt es nur noch ankommen, genießen, den Alltag zu Hause lassen und sich mit leckerem Essen verwöhnen. Je nach Küche des Hauses bewegt sich die Auswahl dabei zwischen einem gutbürgerlich-herzhaften Brunchbuffet und einer mit zahlreichen kulinarischen Raffinessen bestückten Tafel. Frisch gebackenes Brot und Brötchen, Hefegebäck, feine Marmeladen, Müslis, frische Früchte, Salate, Gemüse, Suppen, Rührei, leichte Nudelgerichte, Fisch – die Liste an kulinarischen Köstlichkeiten auf den Brunchbuffets des Bodensees ist vielfältig.
Erlebnisbrunch
Immer wieder laden auch besondere Veranstaltungen wie der Bauernhof-Brunch zu einem richtigen Brunch-Erlebnis. Einmal im Jahr öffnen hierzu zahlreiche Bauernfamilien rund um den westlichen Bodensee und in der Schweiz ihre Höfe und laden interessierte Besucher zu einem bäuerlich-zünftigen Brunch direkt auf dem Hof ein. Eine schöner Anlass, sich nicht nur mit der ganzen Familie in der Natur mit regionalen Leckereien zu verwöhnen, sondern gleichzeitig auch die Gelegenheit, mal einen Blick hinter die Kulissen der regionalen Anbieter zu werfen. Wo kommt das Essen für unser ausgedehntes Essens-Ritual eigentlich her? Wie viel Mühe und Arbeit steckt in dem Mehl, aus dem die toll duftenden Brötchen gebacken werden? Wer hat das Gemüse für die köstliche Suppe angebaut? Und wie wird der leckere Käse aus der frischen Milch gemacht? Zu einem etwas anderen Erlebnisbrunch kann auch der jährlich stattfindende Oldtimer-Brunch werden, zu dem sich zahlreiche Oldtimer-Freunde rund um den See jedes Jahr aufs Neue im Konstanzer Restaurant O'Lac treffen und gemeinsam nicht nur den Gaumen- sondern auch den Augenschmaus der schönen Autos und der tollen Seesicht genießen. Was braucht man mehr für einen gelungenen Tag, um die Seele baumeln zu lassen?
Selbstgemachte Marmeladen und Co.
Manchmal ist es aber auch einfach zu Hause am schönsten, am eigenen Esstisch, im eigenen Garten und mit einem ganz persönlich und liebevoll gedeckten Tisch. Das neue Marmeladen-Rezept, das man endlich ausprobieren konnte, der feine Käse von der nahen Hofkäserei, oder der heute extra frisch gepresste Orangensaft machen die eigene Tafel dabei zu einem ganz privaten königlichen Ereignis. Egal ob die Freunde um den eigenen Tisch versammelt sind oder die Familie mit einem tollen, ausgedehnten Frühstück überrascht wird. Mit der richtigen Gesellschaft, genügend Zeit und ein paar feinen Leckereien wird jeder Brunch zu einem kleinen festlichen Ereignis. Und lässt der Hunger am Morgen noch etwas auf sich warten, wird der Brunch eben einfach zu einem ausgedehnten Mittagessen. Denn Brunchen heißt auch heute noch in erster Linie einfach mal die Seele baumeln lassen und Müßiggang betreiben: gut ausgeschlafen, in netter Gesellschaft und mit einem reich gedeckten Tisch an köstlichen Speisen.
Und wenn es Ihrer Seele vom vielen Baumeln schon ganz schwindlig geworden ist, sollten Sie einen ausgedehnten Spaziergang machen, der so lange dauert, wie Sie gebruncht haben. Dann haben Sie auch von den Kalorien her den Ausgleich von Input und Output – und Körper, Geist und Seele sind wieder ausbalanciert.
www.buure-zmorge.de
www.oldtimer-am-see.de
Seerestaurant (Rorschach), Tel: +41 (071) 858 3980, www.see-restaurant.com.
Steg 4 (Konstanz), Tel: +49 (07531) 17 428, www.steg4.de.
Hotel Mozart (Hafen Rorschach), Tel: +41 (071) 844 47 47, www.mozart-rorschach.ch.
Fischerhaus (Yachthafen Kreuzlingen), Tel: +41 (071) 688 18 77, www.fischerhaus.ch.
Text: Helen Brestel-Spannagel


