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Story/Thema Oktober 2008

Lecker, lecker. Auch Kinder sind Genießer

Lecker, lecker. Auch Kinder sind Genießer

Gerade bei der Ernährung gilt: Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr. In der Kindheit werden Essgewohnheiten geprägt, die mitunter lebenslänglich beibehalten werden. Kinder essen natürlich am liebsten das, was ihnen richtig gut schmeckt. Und das sind nun mal leider oft die „ungesunden“ Dinge.

Dabei ist es gar nicht schwer, die Ernährungsgewohnheiten der Kinder beizeiten in die richtige Bahn zu lenken und ihnen Freude am guten und gesunden Essen zu vermitteln. Klar, da zieht kein Gesundheitsargument (schon gar nicht, wenn das gute Beispiel der Eltern fehlt…). Einen guten Zugang zum Essgenuss bekommen Kinder unter anderem, wenn sie selbst Koch oder Köchin sein dürfen. Und wenn sie im Restaurant nicht nur die Wahl haben zwischen Nudeln mit Soße und Käpt’n Iglo. Von Seiten der Gastronomie gibt es viele gute Ideen, um die Kinder kulinarisch bei der Stange zu halten.

Schnitzel ja – aber bitte mit Salat oder Gemüse

Spezielle Kinderrestaurants wie in manchen Großstädten sucht man hierzulande zwar vergebens, aber die jungen Gäste kommen auch so auf ihre Kosten. Im „Landgasthof zum Adler“ in Lippertsreute beispielsweise ist das Angebot auf der Kinderkarte bodenständig, abwechslungsreich und gesund. Da gibt es Dinge wie Pfannkuchen mit Marmelade, panierten frischen Fisch mit Kartoffeln und Blattsalat und “Maultäschle mit frischem Gemüse“. Auch Schnitzel, aber – bitteschön – mit Gemüse oder Salat.

Kochen ist „cool“

Familie Tribelhorn vom „Gasthof zur Sonne“ in Tengen-Wiechs hat sich zu diesem Thema etwas wirklich Besonderes Einfallen lassen. Egbert Tribelhorn dazu: „Bekanntlich ernähren sich unsere Kinder und Jugendliche immer mehr von Vorgefertigtem und Tiefgefrorenem. Manche wissen gar nicht mehr, wie frischer Spinat oder frisches Kraut aussieht und schmeckt. Ein Missstand, der auf lange Sicht zu Übergewicht und Krankheit führt. Auch der Beruf des Kochs hat in der Vergangenheit an Popularität eingebüsst – viele Ausbildungsplätze bleiben unbesetzt.“ Um all dem entgegen zu wirken, will Egbert Tribelhorn in seiner Küche mit seinem Projekt „cool cooking“ Schülern der 7., 8. und 9. Klassen der Hauptschule Tengen nahe bringen, dass frisches Essen nicht nur gut schmeckt, sondern dass auch die Zubereitung Spaß macht. Anfang Oktober werden zehn Schüler an drei Nachmittagen zusammen mit dem Spitzenkoch frische Zutaten einkaufen, Wichtiges über gesunde Ernährung erfahren und eigenhändig den Kochlöffel schwingen. Höhepunkt des Projekts ist nämlich ein Gala-Abend in der „Sonne“, mit einem von den Schülern gezauberten Menü für Mitschüler, Lehrer und geladene Gäste aus Wirtschaft und Politik. Der Singener Rotary Club unterstützt die Initiative des Gastronomenpaares Susanne und Egbert Tribelhorn.

Kinder an die Backschüsseln!

Backe, backe, Kuchen – aber in echt: Schon seit Jahren bietet die Reichenauer Bäckerei „Laib und Seele“ erfolgreich Backaktionen für Kinder an. Seit nunmehr zwei Jahren ist das Backen mit Kindern eine feste Einrichtung, die auf drei Säulen steht: 1. Alljährlich gibt es zwei Backkurse für Kinder im Rahmen der Reichenauer Kinderaktionstage. 2. Zu jeder Zeit können sich Gruppen ab zehn Kindern für einen Backkurs anmelden, ein Angebot, das besonders gerne für Kindergeburtstage genutzt wird. 3. gibt es zu Weihnachten – und bei Nachfrage auch an Ostern – themenbezogene Backkurse. An Weihnachten versuchen sich die Jungbäcker/innen am Klausenmann, zu Ostern am Osterzopf. Ein schöne Idee ist das Motto der Kinderaktionstage: „Feuer und Eis“. Die Kinder backen Holzofenbrot – jedes Kind sein eigenes – und während das Brot im Ofen ist, stellen alle zusammen mit dem Bäcker Tobias Wurz ein frisches Eis her. Zum anschließenden Verkosten natürlich. Keine Frage, dass das den Kindern Spaß macht und gleichzeitig die Augen in Bezug auf Lebensmittelherstellung öffnet.

Essen wie die Großen

„Vorarlberg isst“, eine regionale Vermarktungsinitiative, hat einen echten Vorstoß auf das alte Klischee vom reduzierten Kindergeschmack gewagt und den jungen Gästen in Restaurants zu einem günstigen Preis Erwachsenenmenüs in kindergerechten Portionen angeboten. Rund 120 Gastronomiebetriebe beteiligten sich an der Aktion. Da kamen an Stelle von Schnitzel-Pommes eben Rehragout oder Garnelen auf den Teller. Zusätzlich gab es Kinderkochkurse zu gewinnen. So produziert man künftige Feinschmecker.

Die Mini-Köche können’s

Letzteres gilt wohl ganz besonders für die „Miniköche Bodensee-Überlingen“. Hier treffen sich – inzwischen bereits in der zweiten Projektphase – 27 zehn- bis zwölfjährige Kinder zwei Jahre lang einmal pro Monat an einem Nachmittag in Überlinger Klinik- und Gastronomiebetrieben. Unter professioneller Anleitung lernen die Kinder Kochen und Servieren, dazu kommen kindgerecht aufbereitete Ernährungslehre und besondere Aktionen. Die Methode, nach der sie lernen, nennt sich „VENÜ“: Vormachen, erklären, nachmachen, üben. Natürlich steht auch hier nach der Arbeit der Genuss: Nach dem Kochen und Servieren wird gemeinsam gespeist. Zudem erhalten alle Kinder ein komplettes Equipment: Kochjacke, Halstuch, Schürze, Baseball-Cap, Messerset, Kartoffelschäler, Spätzlebrett, Schaber und Schneidebrett. Die Kosten dafür tragen die Sponsoren der Europa-Miniköche mit ihrem Gründer und Chef Jürgen Mädger. Der Umweltschutz und die Bedeutung regionaler Produkte spielen bei den Miniköchen eine wesentliche Rolle. Ein tolles Projekt, das nur mit vielen hoch motivierten Beteiligten funktioniert: Angefangen bei den Kindern, die immerhin zwei Jahre lang bei der Stange bleiben, über die mehr als 10 Gastronomiebetriebe und zwei Fachkliniken für Ernährungsmedizin bis hin zum Club der kochenden Männer, der sich engagiert um die Ausbildung der Kinder kümmert. Wie schon im Vorjahr werden die Miniköche bei der 3.Überlinger Gesundheitsmesse am 25. und 26. Oktober im Einsatz sein.

Schlutzkrapfen und Crevetten

Bleibt die Frage: Wie halten es eigentlich die Kinder von Gastronomen mit dem Essen? Sind sie ausgemachte Feinschmecker oder tendieren sie angesichts der ständig verfügbaren Köstlichkeiten eher zu einfacher Kost à la Nudeln mit Soße? Der Nachwuchs im „Landgasthof zum Adler“ in Lippertsreute jedenfalls kann durchaus als anspruchsvoll bezeichnet werden. Der Jüngste, Sebastian (10), ist ohnehin Mitglied bei den Miniköchen. Sein Leibgericht ist Ente mit Püree und Rotkraut. Friederika (17) mag als Vegetarierin am liebsten Curryreis mit Früchten, Laura (16) steht auf Schlutzkrapfen, gefüllt mit Ricotta und Spinat, Julian-Ferdinand (14) liebt Knoblauchspaghetti mit Gambas und Tomaten mit Mozzarella und Leon (13) Spinatspätzle mit Salat und Seeteufel mit Nudeln. Verena Vögele, die Mutter der fünf Gourmets: „Alle meine Kinder essen sehr gerne und sind diesbezüglich auch sehr aufgeschlossen.“ Für Daniele Ciapponi, Patron im Schlössli Wörth am Schaffhauser Wasserfall, sind die Essvorlieben seiner vier Kinder eine spannende Sache. „Man versucht eigentlich, alle gleich zu erziehen – auch bei den Essgewohnheiten. Wieso die Geschmäcker und Vorlieben dann doch diametral auseinander gehen, weiß wohl niemand. Einiges ist jedoch sicher auch mit der Herkunft von Mama und Papa zu erklären: Die Mama ist halb Dänin und halb Österreicherin – der Papa halb Italiener und halb Schweizer.“ Bei der 12-jährigen Chiara Laura haben sich die Essgewohnheiten mit den Jahren sehr verändert: Bereits als Dreijährige liebte sie Oliven, Parmesan und dergleichen Leckereien. Das absolute Highlight ihres kulinarischen Jahres war jeweils der 1. Januar. An diesem Tag durfte sie nämlich mit der Oma in die großen Kühlräume des Restaurants um „Reste“ des Silvesterbuffets zu genießen. Besonders beliebt waren bei ihr damals Hummer, Scampis etc. Dagegen sind ihre heutigen Favoriten – zum absoluten Entsetzen des italienisch-stämmigen Papas – Pizza mit viel Ketchup oder Nudelauflauf, ebenfalls mit viel Ketchup. Franca (10) ist kulinarisch die Österreicherin unter den Ciapponi- Kindern: Für Kaiserschmarrn, Palatschinken, Knödel und Tiroler Gröstel würde sie kilometerweit gehen. Giulios absolutes Leibgericht sind dagegen Riesencrevetten in allen Variationen und Räucherlachs: „Beides kann er kiloweise verputzen.“ Und Baby Louisa? Sie bevorzugt ganz klar Muttermilch.

Landgasthof Zum Adler, Hauptstraße 44, 88662 Überlingen-Lippertsreute, Tel. +49 (07553) 82 55 0, , www.adler-lippertsreute.de
Gasthof zur Sonne, Hauptstraße 57, 78250 Tengen-Wiechs, Tel. +49 (07736) 7543, www.sonne-wiechs.de
Schlössli Wörth, Rheinfallquai, CH-8212 Neuhausen, Tel. +41 52 672 24 21,
, www.schloessliwoerth.ch
Laib & Seele, Zelleleweg 2, 78479 Insel Reichenau, Tel +49 (07534) 77 30, www.laibundseele.de
www.minikoeche.de
www.vorarlbergisst.at

Text: Claudia Antes-Barisch

ÖMA: Dem Genuss verpflichtet

ÖMA: Dem Genuss verpflichtet

(D-Kisslegg) Die Ökologischen Molkereien Allgäu (ÖMA) sind Hersteller und Händler ökologisch erzeugter Käsespezialitäten und in einer Käse-Traditionsregion zu Hause. Seit über 15 Jahren beliefern sie den Naturkost-Fachhandel mit regionalen Käsebesonderheiten.

Zur Herstellung verarbeiten die ÖMA-Käser frische Bio-Milch ohne den Einsatz unnötiger Zusatzstoffe, ausschließlich mit dem was zur Käseherstellung wirklich gehört: Milch, Lab und Salz – und das schmeckt man! Zudem verpflichtet das ’’Ö’’ in ihrem Namen die ÖMA dazu, sehr genau darauf zu achten, welcher Bauer die Milch liefert, wie seine Tiere gefüttert werden, wie sie aufgestallt sind und wie die Käser die frische Milch verarbeiten. Als Vermarkter unterstützt die ÖMA kleinere Projekte und Käsereien, die handwerklich strukturiert sind, um damit Vielfalt zu erhalten. Ergänzt wird das Sortiment durch Spezialitäten aus den übrigen Käseregionen Europas, so dass der Markenlieferant mit über 180 Sorten eine ganze Käsewelt anbieten kann. In bester Qualität und ökologisch lupenrein! Aus diesem Grund ist es den Ökologischen Molkereien Allgäu auch ein wichtiges Anliegen, Kindern und Eltern den Zusammenhang zwischen einem gesunden, vollwertigen Frühstück und schulischer Leistungsfähigkeit deutlich zu machen. Deshalb ist es für den Allgäuer Käsespezialisten eine Selbstverständlichkeit die Aktion „BioBrotBox 2008“ in der Region Bodensee, Oberschwaben zu unterstützen und sich auf diesem Weg für einen gesunden Start ins Schulleben und eine ausgewogene Ernährung in der Schule im Allgemeinen einzusetzen.

Weitere Infos:
ÖMA Beer GmbH
Ökologische Molkereien Allgäu
Immenrieder Straße 4
88353 Kisslegg

Text: k.A

Auf Erfolgskurs: Bioland Baden-Württemberg

Auf Erfolgskurs: Bioland Baden-Württemberg

(D-Esslingen) Bioland ist auf Erfolgskurs. Bereits heute ist der Bioland-Landesverband der größte Öko-Anbauverband in Baden-Württemberg – Tendenz steigend! Denn immer mehr Betriebe im Südwesten entscheiden sich für die Bioland-Richtlinien.

Allein im ersten Halbjahr 2008 stieg die Zahl der Bioland-Höfe, Gärtnereien und Weinbauern um stolze 3,8 Prozent auf nun mehr 1048. Auch die Verarbeiter haben Zuwachs bekommen. Insgesamt wurden 34 neue Verträge geschlossen. Aktuell arbeiten 284 Bäckereien, Metzgereien, Molkereien sowie andere Verarbeiter und Händler nach den Bioland-Richtlinien. „Damit setzt sich die positive Entwicklung aus 2007 auch in diesem Jahr fort“, bilanziert Bioland-Geschäftsführer Matthias Strobl. Um die Belange, die Betreuung und Beratung der Mitglieder in Herstellungs- und Vermarktungsfragen, die Politikvertretung und die Öffentlichkeitsarbeit kümmert sich der Bioland-Landesverband mit Sitz in Esslingen – auch wenn es sich um das viel diskutierte und heikle Thema Gentechnik dreht. Bereits im Herbst 2003 gründete der Landesverband gemeinsam mit anderen Organisationen das Aktionsbündnis „Gentechnikfreie Landwirtschaft in Baden-Württemberg“, um gegen eine Pro-Gentechnik-Veranstaltung der Landesregierung zu protestieren. Seitdem hat das 27 Organisationen umfassende Bündnis viele gemeinsame Aktionen erfolgreich gestemmt. Am 8. November lädt das Aktionsbündnis alle Mitglieder und Interessierten zu einem Treffen in die Bioland Geschäftstelle. Im Mittelpunkt des Tages stehen der Erfahrungsaustausch und die Vernetzung.

Vernetzungstreffen Gentechnikfreier Regionen, 8.11., 9:30 – 16:30 Uhr, Bioland Geschäftsstelle Esslingen

Weitere Infos:

Bioland Landesverband Baden-Württemberg
Schelztorstraße 49
73728 Esslingen
Tel.: +49 (0711) 550 939 48
Fax: +49 (0711) 550 939 50
www.gentechnik-freie-landwirtschaft.de

Weitere Bioland-Termine:

So, 12.10., ab 10 Uhr, Hoffest mit Erntedankgottesdienst, Oldtimertraktoren, musikalischer Unterhaltung, umfangreichem Kinderprogramm und Mittagessen.
Mariaberger Werkstätten, Hans de Pay, Riedäcker 1, 72501 Gammertingen, Tel.: +49 (07124) 923220

Sa, 18.10., 14-17 Uhr, Ferienprogramm auf dem Bioland-Hof Göhring ab 4 Jahren: "Die guten ins Körbchen…": Spannende Apfelernte-Aktion mit fröhlichem Apfelfest. Teilnahme nur nach Anmeldung. Kosten 10 Euro inkl. Imbiss und Material

Do, 30.10., 14-17 Uhr, Ferienprogramm auf dem Bioland-Hof ab 7 Jahren: "Rübengeister erobern den Hof"
Anmeldung: Bioland-Hof Göhring, Andrea Göhring


Text: K.A

Schon gewusst?

Schon gewusst?

(D-Bavendorf) Die Riesenhof Gärtnerei der BruderhausDiakonie hat im März 2008 die Direktvermarktung der Rösslerhof Gärtnerei/ Uli Gruninger übernommen.

Fünfzehn betreute Riesenhofgärtner produzieren dort seit 1999 Bioland Gemüse, mit dem anschließend sowohl der Stand auf dem Weingartener Wochenmarkt als auch die Bio- und Naturkostgeschäfte Kräutle und Weinhof in Ravensburg beschickt werden. Der Riesenhofladen selbst ist immer freitags zum gesunden Einkauf geöffnet. Auch mit der dwp eG arbeitet die BruderhausDiakonie im Rahmen des Projekts „FairBioSozial“ eng zusammen. Die Werkstatt in der Ravensburger Hinzistobler Straße befindet sich sogar unter einem Dach mit der Fairhandelsgenossenschaft. Die WfbM-Beschäftigten verpacken dort dwp-Tees und andere Fairhandelsprodukte. Eine rundum gute Sache!

Weitere Infos:
BruderhausDiakonie
Hofladen Riesenhof mit Gärtnerei
Riesen 1
88213 Ravensburg-Bavendorf
Tel.: +49 (0751) 790 442
www.bruderhausdiakonie.de

Text: k.A

Gratinierter Lammrücken mit Prinzeßbohnen an Maisplätzchen

Gratinierter Lammrücken mit Prinzeßbohnen an Maisplätzchen

(D-Wilflingen) Der Löwen in Wilflingen wird bereits 1556 erstmals urkundlich erwähnt. Seit 1844 befindet sich der gemütliche und liebevoll renovierte Gasthof mit seinen rund 45 Sitzplätzen in Familienbesitz und wird nunmehr in der vierten Generation erfolgreich von Jürgen und Sandra Reck geführt. Dabei legen die beiden Vollblut-Gastronomen großen Wert auf die Verwendung frischer, regionaler Produkte. Passend zur Saison verraten sie deshalb allen akzent-Lesern und leidenschaftlichen Hobby-Köchen das Rezept für ihren beliebten gratinierten Lammrücken mit Prinzeßbohnen an Maisplätzchen. Ein Genuss-Highlight für das nächste Familienfestessen oder einen anderen, ganz besonderen Anlass.

Zutaten: Für vier Personen benötigen Sie: 1kg Lammrücken 150g Ziegenkäse Mie de pain (Semmelbrösel) Knoblauch, Rosmarin, Salz, Pfeffer 400g Bohnen (Prinzeß) 50g Bauchspeck in Scheiben 285g Mais (340g Dose) 3 Eier 100g Mehl 50ml Milch Salz, Pfeffer, Muskat

Und so wird’s gemacht:

Der Lammrücken: Zunächst den Lammrücken parieren, würzen und mit Knoblauch und Rosmarin von beiden Seiten anbraten. Mit etwas Rotwein ablöschen und je nach Garwunsch die Pfanne sechs bis zwölf Minuten bei 150 Grad Celsius in den Backofen geben. Anschließend herausnehmen, den Fond abpassieren, mit Stärke abbinden und abschmecken. Nun den Rücken mit Ziegenkäsescheiben belegen, mit Mie de pain bestreuen und mindestens fünf Minuten ruhen lassen. Danach etwa fünf Minuten bei 180 Grad Celsius im Backofen überbacken, auf Wunsch in Tranchen schneiden und anrichten!

Die Böhnchen:

Die Prinzeßbohnen putzen und blanchieren. Anschließend in kaltem Wasser abschrecken. Speckscheiben flach ausrollen. Etwa 10 Böhnchen zu einem Bund zusammenlegen und mit dem Speck umwickeln. Dann in einer Pfanne mit etwas Bratfett gleichmäßig anbraten.

Die Maisplätzchen:

Die Hälfte des Mais in einem Becher pürieren, Eier, Mehl und Milch dazugeben und ordentlich vermengen. Nun den restlichen Mais zufügen und nur grob pürieren. Zehn Minuten quellen lassen. Danach den Teig zu flachen, runden Plätzchen formen und diese in einer heißen Pfanne gleichmäßig goldbraun ausbacken. So geht’s am einfachsten: Den Teig am Besten mit einem Löffel Teig herausnehmen und in der Pfanne etwas glatt streichen.

Profi-Tipp:

Der Lammrücken kann schon etwas vorher fertig gegart werden, denn eine längere Ruhezeit bewirkt ein besseres Einbinden des restlichen Fleischsaftes. Danach etwas länger überbacken, damit er dann richtig heiß ist. Die Maisplätzchen sollten direkt aus der Pfanne angerichtet und gegessen werden, so sind sie schön luftig und lecker. Lassen Sie es sich schmecken!

Weitere Infos:

Gasthof Löwen
Jürgen Reck
Koch & Hotelbetriebswirt
Riedlinger Straße 1
88515 Wilflingen
Tel.: +49 (07376) 7 33
Fax: +49 (07376) 96 34 61

www.loewen-wilflingen.de

Text: k.A.

Bio: Geschmackvoll genießen mit gutem Gewissen

Bio: Geschmackvoll genießen mit gutem Gewissen

Spätestens, seit in Deutschland die Discounter in den Markt mit ökologisch erzeugten Lebensmitteln eingedrungen sind, ist Bio im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde. Allein im vergangen Jahr haben laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zwischen Januar und September ganze 85 Prozent aller bundesdeutschen Haushalte mindestens einmal Produkte aus dem Bio-Bereich gekauft. Werden Lebensmittel aus Ökoanbau im Zuge dieser „Bio-Schwemme“ zum Massenprodukt? Wie viel Bio ist da überhaupt noch drin?

Bio für alle? Bio boomt! Der Markt mit Bio-Lebensmitteln ist stark in Bewegung geraten. Schon lange, bevor Aldi, Lidl & Co. auf „Grün“ setzten, ragte Bio weit und breit als einzige Wachstumsbranche auf dem Lebensmittelsektor hervor. Doch der mit dem Einzug in die Discounter verbundene positive Aspekt von „Bio für alle“ könnte auch gehörige Nachteile mit sich bringen: Die einheimischen Produzenten sind nicht mehr in der Lage, die wachsende Nachfrage zu befriedigen, die Discounter decken ihren Bedarf an Bio-Lebensmitteln zunehmend aus dem Ausland. Was wiederum die Verbraucher verunsichert. Und die Frage nach unabhängigen Kontrollen noch verschärft.

Wissen wo’s herkommt

Ein gutes Beispiel dafür, dass es auch anders geht, ist der Hofladen von Paula Weber in Biberach-Mettenberg. Bereits in den 80er Jahren, als das Thema Bio noch in den Kinderschuhen steckte, engagierte sich das Ehepaar Weber im „grünen Kreis“, einem Ableger der Landjugend, der sich aus regionaler bäuerlicher Jugend zusammensetzte. 1989 stellten Paula und Josef Weber ihren Betrieb dann endgültig auf Bioland-Richtlinien um. „Eine ideologische und ganz bewusste Entscheidung, hinter der wir damals wie heute voll stehen, erklärt die gelernte Krankenschwester. „Uns war die Chemie auf dem Acker schon immer suspekt, und wir wollten, dass unsere Kinder auf dem Feld Getreidehalme in den Mund stecken können, ohne dass wir uns Sorgen machen müssen.“ Doch neben allem Idealismus musste sich die Entscheidung natürlich auch betriebswirtschaftlich tragen. So entstand schon bald die Idee der Direktvermarktung in Form eines Hofladens. Ihre Schwiegermutter hatte bereits früher Eier auf dem Hof verkauft. Paula Weber erweiterte das Spektrum um Gemüse und Obst der Saison, verschiedene Säfte, Wein und Bier, Fleisch und Wurst, Getreide- und Milchprodukte wie Mehle, Brot, Nudeln, Käse, Quark und Joghurt bis hin zu Senf, Ketchup, Essig und Öl in Bio-Qualität. Mit Erfolg: Der ursprünglich 2 Quadratmeter Biolandhofladen ist mit der Zeit gewachsen und wurde vor zwei Jahren auf mehr als 40 Quadratmeter Verkaufsfläche vergrößert. Ob sich mit den Jahren sonst noch etwas verändert hat? „Ja“, sagt Paula Weber. „Generell hat das Interesse an Biolebensmitteln deutlich zugenommen. Doch während früher ein Großteil der Kunden aus rein ideologischen Gründen Bio kaufte, kommen heute viele auch, weil es ihnen einfach besser schmeckt.“ Eines hat sich aber nicht verändert: Nach wie vor ist Paula Weber so oft wie möglich selbst im Laden und steht ihren Kunden beratend zur Seite.

Im Einklang mit der Natur

Auch die Kornmühle in Ulm gehörte zu den absoluten Vorreitern in Sachen Bio, denn bereits 1980 gründete die Familie Unseld den ersten Bioladen in und um Ulm herum. „Aus persönlicher und politischer Überzeugung“, sagt Julia Unseld, die 2008 die Nachfolge ihrer Eltern angetreten hat. „Meine Eltern führten in der sechsten Generation eine Bäckerei. Nach und nach machten sich in der Branche Backmischungen breit – anrühren, fertig! Diese Entwicklung wollte mein Vater nicht mittragen und suchte nach Alternativen.“ Das gestaltete sich nicht ganz so einfach, denn zum damaligen Zeitpunkt gab es nur wenige Erzeuger naturbelassener Lebensmitteln. Schritt für Schritt baute sich die Familie Unseld ein Erzeugernetzwerk in der Region auf und erlebte über die Jahre hinweg die verschiedensten Stufen in der Bio-Entwicklung mit. Heute, da Bio boomt, hat sich vieles verändert. „Immer mehr Menschen essen Bio“, bestätigt Julia Unseld. „Eine Entwicklung, die grundsätzlich positiv ist, jedoch den Wettbewerb deutlich verschärft hat und auch für klare qualitative Unterschiede sorgt. Bio ist nicht gleich Bio.“ Heute ist die Kornmühle mit rund 100 Quadratmetern Verkaufsfläche der letzte unabhängige Bioladen in der Ulmer Innenstadt. Wie es dem Familienbetrieb mit eigener Bio-Bäckerei gelingt, sich gegen die großen Bio-Anbieter zu behaupten? „Qualität und Transparenz“, meint die Geschäftsführerin des Bio-Vollversorgers. „Wir stellen an uns selbst einen sehr hohen, professionellen Anspruch und verkaufen keine Produkte, mit denen wir uns nicht selbst zu 100 Prozent identifizieren können. Zudem unterstützen wir gezielt kleinere Hersteller aus der Region und haben spezielle Produkte im Angebot, die man sonst kaum irgendwo bekommt.“ Das wissen sowohl eingefleischte Bio-Esser als auch echte Genießer zu schätzen.

Ohne Importe geht es nicht

Trotz der Maxime „Regional ist 1.Wahl“ kann auch der Bio-Fachhandel nicht auf Importe aus dem Ausland verzichten. Zwar nimmt das Bewusstsein der Menschen für Saisonalität und Regionalität zu, dennoch steht der Verbraucherwunsch häufig in klarem Widerspruch zu diesen Kriterien, denn längst haben wir uns daran gewöhnt, dass Bananen, Ananas, Kiwi und knackig frische Äpfel das ganze Jahr über den Obstkorb füllen. Doch auch bei importierten Lebensmitteln gibt es klar erkennbare Vertrauensmerkmale, denn Bio-zertifizierte Ware aus fernen Ländern wird hierzulande regelmäßigen Proben unterzogen. Zudem dürfen nur Länder, deren Produktionsstandards und Kontrollen denen der EU vergleichbar sind, ihre Ware hier anbieten. Das sind derzeit die Schweiz, Neuseeland, Australien, Argentinien, Costa Rica, Indien und Israel. Importe aus anderen Ländern werden von Fall zu Fall beurteilt.

Ein gutes Team: Bio und fair!

Ideal, wenn bei importierten Lebensmitteln sowohl die ökologische, als auch die soziale Komponente aufeinander treffen, so wie im Fall der dwp eG. 1988 von Weltläden der Region Oberschwaben als dritte-welt partner GmbH gegründet, bringt die Fairhandelsgenossenschaft mit Sitz in Ravensburg alle Beteiligten der Fairhandelskette enger zusammen. Dabei spielen Vertrauen und Transparenz eine entscheidende Rolle. Derzeit verbindet die dwp eG weltweit eine partnerschaftliche Handelsbeziehung mit mehr als 60 Produzentengruppen und den darin zusammengeschlossenen zehntausenden Produzenten und Kleinbauernfamilien. Neben fairen Produzentenpreisen und langfristigen Handelskontakten bietet die dwp auch Zuschläge für Bio-Anbau an und zahlt einen Aufpreis für Sozialprojekte wie den Aufbau von Schulen. Zudem liegt sie mit ihren Preisen in der Regel deutlich über dem Marktniveau und häufig sogar über dem von FLO (Fairtrade Label Organisations International) angesetzen, fairen Mindestpreis. Um dabei gleichzeitig den Kunden größtmögliche Sicherheit und Qualität zu garantieren werden viele Produkte gemäß den strengen Richtlinien von „Naturland“ angebaut, geerntet und weiter verarbeitet. Außerdem unterzieht sich die dwp eG regelmäßig umfangreichen internen und externen Kontrollen. So lassen sich Bio-Produkte aus aller Welt mit gutem Gewissen genießen!

Bio ist nicht gleich Bio

Für den Verbraucher heißt das: Wer 100 Prozent Bio will, der sollte auf die Produkte der Öko-Pioniere zurückgreifen. Das sind die Anbauverbände Naturland, Bioland, Biopark, Biokreis, Demeter, Ecoland, Ecovin und Gäa. Hinter diesen Namen stehen Produzenten, die sich für eine nachhaltige, ganzheitliche Landwirtschaft einsetzen. Ihre Richtlinien, beispielsweise für Ackerbau, Tierhaltung und Naturschutz, sind die strengsten auf dem Bio-Sektor. Wer dagegen nicht zu 100 Prozent Bio braucht, der ist mit dem sechseckigen EU-Bio-Siegel gut bedient. Hier sind die Verordnungen lockerer: Zum Beispiel sind mehr Tiere pro Hof erlaubt und die können ganzjährig im Stall bleiben und Silage fressen. Allerdings müssen die Zutaten für Lebensmittel mit Bio-Siegel zu 95 Prozent aus ökologischer Herkunft stammen. In den Bio-Regalen der Supermärkte und Discounter ist das EU-Siegel die Regel. Man sieht es inzwischen überall.

Bio trinken

Bio-Produkte kann man nicht nur essen, sondern auch in flüssiger Form genießen. Ob Tee, Kaffee, Erfrischungsgetränke, Säfte, Wein oder Bier: auch im Getränkebereich ist Bio auf dem Vormarsch. Ein gutes, regionales Beispiel dafür sind das LandZüngle und das SeeZüngle der Leutkircher Brauerei Clemens Härle. Dort wurde bereits 1897 der Grundstein für eine Brauerei mit Heimatverbundenheit und Weitsicht gelegt. Heute sorgen rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – unter der Leitung von Gottfried Härle – dafür, dass Härle-Biere in höchster Qualität gebraut werden, auch in Bio! Die Gerste für das LandZüngle stammt aus rein ökologischem Anbau – vom Rahlenhof in der Nähe von Ravensburg. Hinzu kommt eine sorgfältig abgestimmte Mischung aus Tettnanger und Hallertauer Hopfen – natürlich ebenfalls aus Bio-Anbau. Das verleiht diesem Bier seine besonders feine Note. Das LandZüngle gibt’s übrigens nur im Allgäu und in Oberschwaben. Es wird in Fässer abgefüllt und ist daher weder im Supermarkt noch beim Getränkehändler sondern ausschließlich in ausgewählten Gasthäusern erhältlich. Übrigens: Das LandZüngle ist das erstes Bier, das mit dem baden-württembergischen Bio-Siegel ausgezeichnet wurde. Auch Bio ohne Promille wird bei Härle Bio produziert: Das SeeZüngle, ein alkoholfreie Erfrischungsgetränk wird aus oberschwäbischer Gerste, Früchten vom Bodensee und Wasser von der Adelegg hergestellt. Alle Zutaten, selbst der Rohrzucker stammen aus biologischem Anbau und werden von neutralen Kontrollstellen überwacht. Das SeeZüngle ist in den Geschmacksrichtungen Kirsche, Birne und Träuble in nostalgischen Bügelflaschen erhältlich.

100 Prozent Bio – 100 Prozent Genuss

Sogar im Urlaub oder beim Restaurantbesuch muss nicht auf Bio-Qualität verzichten werden, denn längst hat Bio auch in der Gastronomie Einzug gehalten. Wie etwa im Bio-Hotel Rose in Hayingen-Ehestetten. Dort verwöhnt Bio-Profi-Koch und Eurotoques-Mitglied Simon Tress gemeinsam mit Küchenchef Frank Bidlingmair seine Gäste mit kulinarischen Köstlichkeiten aus biologischem Anbau. Der 25-jährige, der bereits in so renommierten Küchen wie der Traube Tonbach in Baiersbronn oder bei Käfer in München am Herd stand ist mit Bio groß geworden. Schon 1950 führte sein Großvater den Familien-Hof nach Demeter-Richtlinien. Heute werden in der Küche des Restaurants Rose ausschließlich Produkte verwendet, die 100 Prozent Bio sind. Die einzigen Ausnahmen bilden das Alblamm aus regionaler Lammzucht, sowie einige regionale Fische und Wild. Diese Gericht sind für den Gast sofort erkennbar auf der Speisekarte gekennzeichnet. Auf den Tisch kommen in der Rose vorwiegend schwäbische Spezialitäten variiert mit einem gewissen Etwas, nichts Abgehobenes und zudem bezahlbar! Was die Bio-Küche von der konventionellen Küche abhebt? „Der entscheidenste Unterschied sind die unbehandelten Zutaten, die in der Bio-Küche verwendet werden“, sagt Simon Tress. „Sie zeichnen sich durch einen intensiveres und natürliches Aroma aus und setzen so geschmackliche Akzente.“ Da kann man im wahrsten Sinne des Wortes aufblühen!

Von der Wiese auf den Teller

Auch im Naturhotel Mohren in Limpach können die Gäste getreu der hauseigenen Philosophie „Mit Spaß und Lebensfreude, Mensch und Natur verbinden“ frische, saisonale Naturküche mit Produkten aus der Region in 100 Prozent Bio-Qualität genießen. Ein Großteil davon stammt vom angeschlossenen Gutshof, der seit 1988 nach den strengen Richtlinien des Naturland Verbandes e.V. arbeitet. Nach dem Motto „von der Wiese auf den Teller“ werden dort sämtliche Bio-Erzeugnisse wie Rind, Schwein und Gemüse ausschließlich für die frische Naturküche des Mohren erzeugt. Auf 40 Hektar weidet eine Deutsch-Angus Herde mit Bulle, Mutterkühen, Jungvieh und Kälbern. Die Schwäbisch Hällischen Landschweine können nach Lust und Laune zwischen warmem Strohhäuschen und Auslauf an der Sonne wählen. Getreide, Eiweißfrüchte und eine Vielfalt an Gemüse und Obst, von Zwiebeln, Karotten, Kartoffeln und Pastinaken über Lauch, Kürbis und verschiedenste Kräuter bis hin zu Zwetschgen, Äpfeln und Holunder werden auf 10 Hektar Ackerland angebaut, die dann frisch geerntet vom Feld direkt in die Naturküche des Mohren wandern. Und das schmeckt man: Das Naturhotel Mohren wurde mit dreizehn Punkten im Gault Millau sowie einem Bib Gourmand ausgezeichnet!

Regional ist ideal

Wie man es dreht und wendet, fest steht: Bio ist heute längst keine Nischenware mehr. Wann Bio aber wirklich Bio ist, liegt letztlich im Ermessen des einzelnen Verbrauchers. Doch im Idealfall treffen die Faktoren biologisch, regional, ökologisch und sozial zusammen.

Weitere Infos:

Bioland Hofladen Paula Weber
Althof 10
Biberach – Mettenberg
Tel.: +49 (0735) 8896
www.bioland-hofladen.de

KornMühle Naturkost
Herrenkellergasse 8
89073 Ulm
Tel.: +49 (0731) 64 51 5
www.kornmuehle-ulm.de

dwp eG
Hinzistobler Str. 10
88212 Ravensburg
Tel.: +49 (0751) 36155-0
www.dwp-rv.de

Brauerei Clemens Härle KG
Am Hopfengarten 5
88299 Leutkirch im Allgäu
Tel.: +49 (07561) 982 80
www.haerle.de

Biohotel-Restaurant ROSE
Familien Tress
Aichelauer Strasse 6
72534 Hayingen-Ehestetten
Tel.: +49 (07383) 949 80
www.rose-ehestetten.de

Naturhotel Mohren
Kirchgasse 1
88693 Deggenhausertal-Limpach
Tel.: +49 (07555) 9300
www.naturhotel-mohren.de

Text: Sandra Weinmann

Bio: Geschmackvoll genießen mit gutem Gewissen

Bio: Geschmackvoll genießen mit gutem Gewissen

Spätestens, seit in Deutschland die Discounter in den Markt mit ökologisch erzeugten Lebensmitteln eingedrungen sind, ist Bio im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde. Allein im vergangen Jahr haben laut einer Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zwischen Januar und September ganze 85 Prozent aller bundesdeutschen Haushalte mindestens einmal Produkte aus dem Bio-Bereich gekauft. Werden Lebensmittel aus Ökoanbau im Zuge dieser „Bio-Schwemme“ zum Massenprodukt? Wie viel Bio ist da überhaupt noch drin?

Bio für alle? Bio boomt! Der Markt mit Bio-Lebensmitteln ist stark in Bewegung geraten. Schon lange, bevor Aldi, Lidl & Co. auf „Grün“ setzten, ragte Bio weit und breit als einzige Wachstumsbranche auf dem Lebensmittelsektor hervor. Doch der mit dem Einzug in die Discounter verbundene positive Aspekt von „Bio für alle“ könnte auch gehörige Nachteile mit sich bringen: Die einheimischen Produzenten sind nicht mehr in der Lage, die wachsende Nachfrage zu befriedigen, die Discounter decken ihren Bedarf an Bio-Lebensmitteln zunehmend aus dem Ausland. Was wiederum die Verbraucher verunsichert. Und die Frage nach unabhängigen Kontrollen noch verschärft.

Wissen wo’s herkommt

Das es auch anders geht, beweist der Rösslerhof in Schlier/Unterankenreute, etwa zwei Kilometer östlich von Weingarten, der bereits seit 1981 erfolgreich nach Bioland-Richtlinien bewirtschaftet wird und damit der erste Biohof im Landkreis Ravensburg war. Der Rösslerhof gliedert sich in die Betriebszweige Landwirtschaft, Gärtnerei und Imkerei sowie den Hofladen. Die Landwirtschaft betreibt seit 1998 die Familie Güldenberg mit ihrem Mitarbeiter Ahmet Yüzen und zwei Auszubildenden. Unterstützung erhalten sie dabei durch Familie Batzill vom Fohrenhof, dessen Flächen gemeinsam bewirtschaftet werden. Auf insgesamt 130 Hektar Allgäuer Boden wird so nach Bioland-Richtlinien Getreide, Mais und Futtergras ohne Einsatz synthetischer Dünger und chemischer Spritzmittel angebaut. Zudem weiden rund 80 Braunviehkühe in artgerechter Haltung auf den Wiesen rund um den Hof. Die Bioland-Gärtnerei erstreckt sich über drei Hektar Land und gut 4000 Quadratmeter Gewächshausfläche und fällt ebenso wie die Imkerei ins Ressort von Uli Gruninger und seinen vier Mitarbeitern. Im Rössler-Hofladen, der im Oktober 2005 von Helga Metzler übernommen wurde, findet man neben den Bioland-Produkten vom Rösslerhof, wie Emmentaler, der auch deutschlandweit vertrieben wird, Fass-Butter, Apfelsaft, Fleisch- und Wurstwaren vom Rind, Fein- und Feldgemüse, Dinkel- und Weizenmehl und Getreide und Honigerzeugnisse auch viele Bio-Köstlichkeiten aus der Region – da wissen die Kunden genau wo’s herkommt. Die Mehle vom Rösslerhof sind seit Neuestem auch in Naturkostläden und Bio-Supermärkten erhältlich, die die Produktlinie "Regional ist 1.Wahl" führen. „Für uns ist Bio mehr, als nicht düngen und nicht spritzen“, sagt Gereon Güldenberg. „Wir setzen auf Regionalität. Der direkte Weg ist uns sehr wichtig. Ein Gedanke, der von vielen Verbrauchern in der Region geschätzt wird.“ Wer sich selbst ein Bild machen möchte, sollte auf keinen Fall das Hofladenfest am 10. Oktober mit Weinprobe, Kaffee und Kuchen sowie Ponyreiten für die Kinder verpassen!

Ohne Importe geht es nicht

Trotz der Maxime „Regional ist 1.Wahl“ kann auch der Bio-Fachhandel nicht auf Importe aus dem Ausland verzichten. Zwar nimmt das Bewusstsein der Menschen für Saisonalität und Regionalität zu, dennoch steht der Verbraucherwunsch häufig in klarem Widerspruch zu diesen Kriterien, denn längst haben wir uns daran gewöhnt, dass Bananen, Ananas, Kiwi und knackig frische Äpfel das ganze Jahr über den Obstkorb füllen. Doch auch bei importierten Lebensmitteln gibt es klar erkennbare Vertrauensmerkmale, denn Bio-zertifizierte Ware aus fernen Ländern wird hierzulande regelmäßigen Proben unterzogen. Zudem dürfen nur Länder, deren Produktionsstandards und Kontrollen denen der EU vergleichbar sind, ihre Ware hier anbieten. Das sind derzeit die Schweiz, Neuseeland, Australien, Argentinien, Costa Rica, Indien und Israel. Importe aus anderen Ländern werden von Fall zu Fall beurteilt.

Ein gutes Team: Bio und fair!

Ideal, wenn bei importierten Lebensmitteln sowohl die ökologische, als auch die soziale Komponente aufeinander treffen, so wie im Fall der dwp eG. 1988 von Weltläden der Region Oberschwaben als dritte-welt partner GmbH gegründet, bringt die Fairhandelsgenossenschaft mit Sitz in Ravensburg alle Beteiligten der Fairhandelskette enger zusammen. Dabei spielen Vertrauen und Transparenz eine entscheidende Rolle. Derzeit verbindet die dwp eG weltweit eine partnerschaftliche Handelsbeziehung mit mehr als 60 Produzentengruppen und den darin zusammengeschlossenen zehntausenden Produzenten und Kleinbauernfamilien. Neben fairen Produzentenpreisen und langfristigen Handelskontakten bietet die dwp auch Zuschläge für Bio-Anbau an und zahlt einen Aufpreis für Sozialprojekte wie den Aufbau von Schulen. Zudem liegt sie mit ihren Preisen in der Regel deutlich über dem Marktniveau und häufig sogar über dem von FLO (Fairtrade Label Organisations International) angesetzen, fairen Mindestpreis. Um dabei gleichzeitig den Kunden größtmögliche Sicherheit und Qualität zu garantieren werden viele Produkte gemäß den strengen Richtlinien von „Naturland“ angebaut, geerntet und weiter verarbeitet. Außerdem unterzieht sich die dwp eG regelmäßig umfangreichen internen und externen Kontrollen. So lassen sich Bio-Produkte aus aller Welt mit gutem Gewissen genießen!

Bio ist nicht gleich Bio

Für den Verbraucher heißt das: Wer 100 Prozent Bio will, der sollte auf die Produkte der Öko-Pioniere zurückgreifen. Das sind die Anbauverbände Naturland, Bioland, Biopark, Biokreis, Demeter, Ecoland, Ecovin und Gäa. Hinter diesen Namen stehen Produzenten, die sich für eine nachhaltige, ganzheitliche Landwirtschaft einsetzen. Ihre Richtlinien, beispielsweise für Ackerbau, Tierhaltung und Naturschutz, sind die strengsten auf dem Bio-Sektor. Wer dagegen nicht zu 100 Prozent Bio braucht, der ist mit dem sechseckigen EU-Bio-Siegel gut bedient. Hier sind die Verordnungen lockerer: Zum Beispiel sind mehr Tiere pro Hof erlaubt, und die können ganzjährig im Stall bleiben und Silage fressen. Allerdings müssen die Zutaten für Lebensmittel mit Bio-Siegel zu 95 Prozent aus ökologischer Herkunft stammen. In den Bio-Regalen der Supermärkte und Discounter ist das EU-Siegel die Regel. Man sieht es inzwischen überall.

Bio trinken

Bio-Produkte kann man nicht nur essen, sondern auch in flüssiger Form genießen. Ob Tee, Kaffee, Erfrischungsgetränke, Säfte, Wein oder Bier: auch im Getränkebereich ist Bio auf dem Vormarsch. Ein gutes, regionales Beispiel dafür sind das LandZüngle und das SeeZüngle der Leutkircher Brauerei Clemens Härle. Dort wurde bereits 1897 der Grundstein für eine Brauerei mit Heimatverbundenheit und Weitsicht gelegt. Heute sorgen rund 30 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – unter der Leitung von Gottfried Härle – dafür, dass Härle-Biere in höchster Qualität gebraut werden, auch in Bio! Die Gerste für das LandZüngle stammt aus rein ökologischem Anbau – vom Rahlenhof in der Nähe von Ravensburg. Hinzu kommt eine sorgfältig abgestimmte Mischung aus Tettnanger und Hallertauer Hopfen – natürlich ebenfalls aus Bio-Anbau. Das verleiht diesem Bier seine besonders feine Note. Das LandZüngle gibt’s übrigens nur im Allgäu und in Oberschwaben. Es wird in Fässer abgefüllt und ist daher weder im Supermarkt noch beim Getränkehändler sondern ausschließlich in ausgewählten Gasthäusern erhältlich. Übrigens: Das LandZüngle ist das erstes Bier, das mit dem baden-württembergischen Bio-Siegel ausgezeichnet wurde. Auch Bio ohne Promille wird bei Härle Bio produziert: Das SeeZüngle, ein alkoholfreies Erfrischungsgetränk wird aus oberschwäbischer Gerste, Früchten vom Bodensee und Wasser von der Adelegg hergestellt. Alle Zutaten, selbst der Rohrzucker stammen aus biologischem Anbau und werden von neutralen Kontrollstellen überwacht. Das SeeZüngle ist in den Geschmacksrichtungen Kirsche, Birne und Träuble in nostalgischen Bügelflaschen erhältlich.

100 Prozent Bio – 100 Prozent Genuss

Sogar im Urlaub oder beim Restaurantbesuch muss nicht auf Bio-Qualität verzichten werden, denn längst hat Bio auch in der Gastronomie Einzug gehalten. Wie etwa im Bio-Hotel Rose in Hayingen-Ehestetten. Dort verwöhnt Bio-Profi-Koch und Eurotoques-Mitglied Simon Tress gemeinsam mit Küchenchef Frank Bidlingmair seine Gäste mit kulinarischen Köstlichkeiten aus biologischem Anbau. Der 25-jährige, der bereits in so renommierten Küchen wie der Traube Tonbach in Baiersbronn oder bei Käfer in München am Herd stand ist mit Bio groß geworden. Schon 1950 führte sein Großvater den Familien-Hof nach Demeter-Richtlinien. Heute werden in der Küche des Restaurants Rose ausschließlich Produkte verwendet, die 100 Prozent Bio sind. Die einzigen Ausnahmen bilden das Alblamm aus regionaler Lammzucht, sowie einige regionale Fische und Wild. Diese Gericht sind für den Gast sofort erkennbar auf der Speisekarte gekennzeichnet. Auf den Tisch kommen in der Rose vorwiegend schwäbische Spezialitäten variiert mit einem gewissen Etwas, nichts Abgehobenes und zudem bezahlbar! Was die Bio-Küche von der konventionellen Küche abhebt? „Der entscheidenste Unterschied sind die unbehandelten Zutaten, die in der Bio-Küche verwendet werden“, sagt Simon Tress. „Sie zeichnen sich durch einen intensiveres und natürliches Aroma aus und setzen so geschmackliche Akzente.“ Da kann man im wahrsten Sinne des Wortes aufblühen!

Von der Wiese auf den Teller

Auch im Naturhotel Mohren in Limpach können die Gäste getreu der hauseigenen Philosophie „Mit Spaß und Lebensfreude, Mensch und Natur verbinden“ frische, saisonale Naturküche mit Produkten aus der Region in 100 Prozent Bio-Qualität genießen. Ein Großteil davon stammt vom angeschlossenen Gutshof, der seit 1988 nach den strengen Richtlinien des Naturland Verbandes e.V. arbeitet. Nach dem Motto „von der Wiese auf den Teller“ werden dort sämtliche Bio-Erzeugnisse wie Rind, Schwein und Gemüse ausschließlich für die frische Naturküche des Mohren erzeugt. Auf 40 Hektar weidet eine Deutsch-Angus Herde mit Bulle, Mutterkühen, Jungvieh und Kälbern. Die Schwäbisch Hällischen Landschweine können nach Lust und Laune zwischen warmem Strohhäuschen und Auslauf an der Sonne wählen. Getreide, Eiweißfrüchte und eine Vielfalt an Gemüse und Obst, von Zwiebeln, Karotten, Kartoffeln und Pastinaken über Lauch, Kürbis und verschiedenste Kräuter bis hin zu Zwetschgen, Äpfeln und Holunder werden auf 10 Hektar Ackerland angebaut, die dann frisch geerntet vom Feld direkt in die Naturküche des Mohren wandern. Und das schmeckt man: Das Naturhotel Mohren wurde mit dreizehn Punkten im Gault Millau sowie einem Bib Gourmand ausgezeichnet!

Regional ist ideal

Wie man es dreht und wendet, fest steht: Bio ist heute längst keine Nischenware mehr. Wann Bio aber wirklich Bio ist, liegt letztlich im Ermessen des einzelnen Verbrauchers. Doch im Idealfall treffen die Faktoren biologisch, regional, ökologisch, sozial zusammen.

Weitere Infos:

Rösslerhof
Gereon Güldenberg
88281 Schlier/Unterankenreute
Tel.: +49 (0751) 456 19
www.roesslerhof.de

dwp eG
Hinzistobler Str. 10
88212 Ravensburg
Tel.: +49 (0751) 36155-0
www.dwp-rv.de

Brauerei Clemens Härle KG
Am Hopfengarten 5
88299 Leutkirch im Allgäu
Tel.: +49 (07561) 982 80
www.haerle.de

Biohotel-Restaurant ROSE
Familien Tress
Aichelauer Strasse 6
72534 Hayingen-Ehestetten
Tel.: +49 (07383) 949 80
www.rose-ehestetten.de

Naturhotel Mohren
Kirchgasse 1
88693 Deggenhausertal-Limpach
Tel.: +49 (07555) 9300
www.naturhotel-mohren.de

Text: Sandra Weinmann