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Story/Thema Juni 2007

Einfach nur lecker – Erdbeertorten

Einfach nur lecker – Erdbeertorten

Erdbeeren gehören zweifellos zu den verlockendsten Leckereien im Frühsommer. Genau genommen sind sie schon fast ein Synonym für diese Jahreszeit. Im besten Fall wunderbar aromatisch, süß und saftig, kennt das rote Früchtchen eigentlich nur Liebhaber: Denn wer, bitteschön, mag schon keine Erdbeeren?

Die kurze Erdbeersaison zwischen Mai und Juli will intensiv genutzt werden, da Erdbeeren frisch nun mal am besten schmecken. Natürlich kann man sie von morgens bis abends „einfach so“ essen, in allerlei Hochprozentigem schwimmend genießen oder als Hauptbestandteil raffinierter Desserts. Als kulinarische Gipfelstürmer offenbaren sie sich allerdings vor allem in Kuchen und Torten. Welche köstlichen Verbindungen Erdbeeren auf diese Weise eingehen, beweisen uns die folgenden Rezepte, sozusagen aus erster Konditoren-Hand. Dabei erfahren wir auch gleichzeitig, wo die Profis die leckersten Früchte finden.

Wissenswertes:

Erdbeeren reifen nach der Ernte nicht mehr nach, sodass es wichtig ist, sie reif zu ernten. Auch auf die Frische der Beeren sollte man achten. Deshalb ist es oft besser, sie beim Erdbeerbauern zu kaufen oder selbst zu pflücken. Importierte Erdbeeren aus dem Ausland, die im Supermarkt verkauft werden, sind erwiesenermaßen häufig schadstoffbelastet – von den langen Transportwegen mal ganz abgesehen.

Wussten Sie, dass in Erdbeeren mehr Vitamin C steckt als in Zitronen oder Orangen? Schon eine kleine Portion, etwa 150 bis 200 Gramm, deckt den täglichen Vitaminbedarf eines Erwachsenen. Mit nur 32 Kilokalorien pro 100 Gramm sind sie ein idealer Fitmacher. Keine andere einheimische Frucht enthält soviel Mangan. Das Spurenelement regt den Stoffwechsel an und hilft beim Aufbau von Knochen und Blut. Doch das ist noch nicht alles: Erdbeeren enthalten auch Ferual- und Ellagsäuren, denen ein krebsvorbeugender Effekt nachgesagt wird.

Die Erdbeere, wie wir sie heute kennen, gibt es erst seit rund 250 Jahren. Sie ist eine Kreuzung zwischen der großen Chile-Erdbeere mit der nordamerikanischen Scharlacherdbeere. Diese Artkreuzung ist die Stammform der heutigen Gartenerdbeere. Inzwischen gibt es mehr als 1000 verschiedene Züchtungen, die sich in Größe, Form und Farbe unterscheiden. Das Aroma variiert von Sorte zu Sorte. Der einzigartige Geschmack geht gerade bei importierten Erdbeeren zugunsten längerer Transportfähigkeit und immer größerer Exemplare verloren. Größe und Farbe der Früchte sind inzwischen nicht mehr ausschlaggebend für gutes Aroma. Die häufigste Sorte bei uns ist die Elsanta.

Rainer Troy vom Theatercafé Troy in Bregenz: „Eine gute Erdbeertorte besteht für mich zu fünfzig Prozent aus Erdbeeren und zwar am liebsten aus sonnengereiften Vorarlberger Erdbeeren, zum Beispiel von Karg Gemüse in Lauterach. Die erste heurige Ernte verspricht bei so viel Sonne ausgesprochen aromatisch und süß zu werden!
Zum Aufbau einer unserer Erdbeer-Torten: Zunächst ein knusprig gebackener dünner Mürbteigboden mit hausgemachter Erdbeermarmelade. Dann ein flaumiger Bisquit aus – selbstverständlich – Vorarlberger Bodenhaltungseiern, der mit einer lockeren Joghurt-Creme, abgeschmeckt mit einem Spritzer Marascino-Likör, nur etwa ein Zentimeter dick gefüllt und an der Oberfläche ganz dünn aufgetragen wird. Dann dicht mit halben Erdbeeren belegen, frischem, ausschließlich mit Erdbeermark aromatisiertem und gefärbtem Gelee glasieren und dann noch den Rand mit gehackten, gerösteten Haselnüssen bestreuen.“

Michael Weiss von der Confiserie Weber & Weiss in Friedrichshafen kauft seine Erdbeeren am liebsten bei Pfleghaar in dem nördlich von Immenstaad gelegenen Weiler Reute (Stadt Markdorf). Er hat uns ein Rezept für Erdbeer-Rhabarber-Törtchen verraten:
Für den Schokoboden 40&
8201;g Mehl und 30&
8201;g Kakaopulver mischen und sieben, dann 7 Eigelb, 30&
8201;g Zucker und 45&
8201;g Wasser schaumig rühren, 110&
8201;g Eiweiß und 100&
8201;g Zucker zu cremigem Schnee schlagen. Bei ca. 170&
8201;°C backen.
Erdbeerpunsch zum Tränken: 40&
8201;g pürierte Erdbeeren, 20&
8201;g Zuckersirup und ein Schuss Erdbeerlikör. Auf den Boden eine Schicht Rhabarbermousse geben: 125&
8201;g weichgekochter Rhabarber (kalt). Diesen mit 90&
8201;g geschlagener Sahne vermischen. 60&
8201;g Eiweiß cremig schlagen und die aufgelöste Gelatine (2 Blatt) daruntermischen. Diese Mischung zur Rhabarbersahne geben. Mit aromatischen Erdbeeren (z.&
8201;B. Elsanta) belegen und mit Schokostreifen dekorieren.

Die Konditorin Io Bachmaier fertigt ihr Backwerk für SET GmbH und Wegwarte Naturkost in Konstanz – alles in Bio-Qualität. Ihr Rezept für die klassische Erdbeer-Sahne-Torte:
100&
8201;g Eigelb, 125&
8201;g Zucker und 250&
8201;g pürierte Erdbeeren, gewürzt mit einer Prise Salz und etwas Zitronensaft, erhitzen, aber nicht kochen. 12&
8201;g gemahlene Gelatine (alternativ: 5 Teelöffel Agar Agar) zugeben. Nach dem Abkühlen einen Liter geschlagene Sahne unterheben.
Auf einen Mürbeteigboden Kuvertüre streichen, einen Biskuitboden drauflegen und – natürlich alles im Ring – die Erdbeermasse auffüllen. Kühlstellen. Abschließend wird die Torte mit einem Fruchtspiegel, hergestellt aus einem halben Liter rotem Traubensaft und einem Teelöffel Agar Agar, verziert. Klar, dass Io Bachmaier ihre Erdbeeren beim Bio-Bauern holt.

Adressen

Theatercafé Troy, Kornmarktplatz 4, A-6900 Bregenz, Tel. +43 05574 47115, konditorei@theatercafé.at, www.theatercafe.at

Confiserie Weber & Weiss, Charlottenstraße 11, D-88045 Friedrichshafen, Tel. +49 07541 21771, welcome@weber-weiss.de, www.weber-weiss.de

Wegwarte Naturkost und Konditorei, Cherisystraße 6, D-78467 Konstanz, Tel. +49 07531 69 05 90, m.reitberger@gmx.de

Text: Claudia Antes-Barisch

Einfach nur lecker – Erdbeertorten

Einfach nur lecker – Erdbeertorten

Erdbeeren gehören zweifellos zu den verlockendsten Leckereien im Frühsommer. Genau genommen sind sie schon fast ein Synonym für diese Jahreszeit. Im besten Fall wunderbar aromatisch, süß und saftig, kennt das rote Früchtchen eigentlich nur Liebhaber: Denn wer, bitteschön, mag schon keine Erdbeeren?

Die kurze Erdbeersaison zwischen Mai und Juli will intensiv genutzt werden, da Erdbeeren frisch nun mal am besten schmecken. Natürlich kann man sie von morgens bis abends „einfach so“ essen, in allerlei Hochprozentigem schwimmend genießen oder als Hauptbestandteil raffinierter Desserts. Als kulinarische Gipfelstürmer offenbaren sie sich allerdings vor allem in Kuchen und Torten. Welche köstlichen Verbindungen Erdbeeren auf diese Weise eingehen, beweisen uns die folgenden Rezepte, sozusagen aus erster Konditoren-Hand. Dabei erfahren wir auch gleichzeitig, wo die Profis die leckersten Früchte finden.

Konditor Gerhard Kolesch aus Biberach hat eine Variante des köstlichen Erdbeerkuchens auf Lager:

Frischer Erdbeerkuchen auf Weincreme

(Durchmesser 26 cm) Dazu braucht man:

  • 1 Mürbteigboden und 1 Butterbiskuit-Tortenboden (beides selbstgemacht oder aus einer guten Konditorei)
  • 2 Esslöffel Erdbeer- oder Johannisbeermarmelade
  • 1 Schale Erdbeeren
  • 1 Packung Obstkuchenguss
  • Mandelblättchen zum Garnieren

Zutaten für die Weincreme:

  • 2 Eigelb
  • 60&
    8201;g Zucker
  • eine unbehandelte Zitrone (Saft und abgeriebene Schale)
  • 60&
    8201;g Weißwein (z.B. Riesling)
  • 50&
    8201;g Fruchtsaft (Apfel, Orange o.ä, nach Geschmack)
  • drei Blatt Gelatine (eingeweicht und ausgedrückt)
  • 200&
    8201;g geschlagene Sahne

Zubereitung: Alle Zutaten der Weincreme (außer der Sahne) gut erhitzen, aber nicht kochen. Abkühlen lassen, bis die Flüssigkeit Zimmertemperatur erreicht hat. Dann vorsichtig die Sahne unterziehen. Den Mürbteigboden mit der Marmelade bestreichen und den Tortenboden mittig aufbringen. Beides in einen Tortenring geben und mit der Weincreme bestreichen, dann eine halbe Stunde kühlstellen. Die Erdbeeren waschen und gut trockentupfen. Grün entfernen, halbieren und die Creme kreisförmig damit bedecken. Den Obstkuchenguss nach Anleitung zubereiten und so kühl wie möglich über die Erdbeeren geben. Sofort eine weitere halbe Stunde kühlstellen. Den Tortenring entfernen, die Torte auf einer Hand halten, und mit der anderen die Mandelblättchen rundherum am Rand anbringen.

Seine Erdbeeren holt Gerhard Kolesch übrigens vorzugsweise bei den Apfel- und Erdbeerplantagen Bernhard in Bruck bei Meckenbeuren.

Für Markus Hammer vom Café Hammer in Riedlingen kommen die besten Erdbeeren aus dem eigenen Garten oder vom Biobauern. Für akzent hat er ein Rezept für Erdbeersahnetorte ausgesucht:

  • 1 Biskuitboden von drei Eiern herstellen oder beim Konditor kaufen
  • 10 Blatt Gelatine einweichen
  • 400&
    8201;g Erdbeeren pürieren
  • 150&
    8201;g Zucker zum Erdbeerpüree geben
  • 250&
    8201;g Erdbeeren in Stücke schneiden zum Püree geben
  • Gelatine auflösen und in das Püree geben, dazu 5 cl Amaretto
  • 700&
    8201;g Sahne steif schlagen und zum Püree geben, wenn es anfängt zu gelieren, mit einem Schneebesen vermengen
  • In einen Tortenring den halben Biskuitboden geben, die Erdbeersahne einfüllen und die andere Hälfte des Biskuits auflegen, anschließend ca. 6 Stunden kaltstellen.
  • 400&
    8201;g Sahne steifschlagen, 30&
    8201;g Puderzucker und Sahnesteif zugeben
  • Die Sahnetorte aus den Tortenring lösen und mit der geschlagenen Sahne einstreichen, etwas zurückhalten für die Garnitur.
  • 8 Erdbeeren halbieren und die Erdbeersahnetorte damit garnieren, das Grün der Erdbeere darf dranbleiben – sieht besser aus.

Adressen

Konditorei Gerhard Kolesch, Gymnasiumstraße 24, D-88400 Biberach, Tel. +43 07351 72029

Café und Konditorei Hammer, Donaustraße 7, D-88499 Riedlingen, Tel. +49 07371 8453

Text: Claudia Antes-Barisch

Lieblingsausfahrt mit Jan Ullrich

Lieblingsausfahrt mit Jan Ullrich

(CH – Scherzingen) Anlässlich unserer Mai-Ausgabe, in der es bekanntlich auch um schöne Radrouten ging, ergab es sich, dass auch der Bodensee-Anwohner Jan Ullrich uns seinen Tour-Tipp gab. Schließlich lebt er nun schon einige Zeit an den Gestaden des Schw

Schwingen wir uns also aufs Rad und folgen den Spuren eines Cracks. Nicht über den Col de Tourmalet, sondern zum Ottenberg. Jan Ullrichs Lieblingszahl ist – wer hätte das gedacht – die Drei. Drum misst sein Streckenvorschlag genau 33,3 Kilometer. Von Scherzingen nach Scherzingen. Und er zählt, so Ullrich, „zu meinen Lieblingsausfahrten mit meiner Frau und an Ruhetagen“. Na, letztere wird er nicht allzu häufig haben, wo er doch jetzt auch noch für Terra S in Owingen tätig ist … Auf geht’s also. Die Route ist, wie Jan Ullrich beteuert, durchweg geteert und daher fürs Rennrad geeignet. Zunächst von Scherzingen Richtung Altnau, zwischendrin rechts abbiegen hinauf nach Schönenbaumgarten (500 m), dort Richtung Amriswil, in Zuben rechts nach Illighausen (560 m) und weiter nach Siegershausen (!), dem östlichen Ortsteil der Gemeinde Kemmental. Hinunter nach Alterswilen und weiter nach Dotnacht, von dort am Fuß des Ottenbergs entlang nach Hugelshofen (500 m). Etwa einen halben Kilometer nach dem Ortsende links abzweigen Richtung Ottoberg (525 m), zuletzt ein kleiner Anstieg zu dem Dorf am westlichen Ende des Ottenbergs. Am Ortseingang den Abzweig Richtung Thurberg nicht verpassen.

„Die Qualen lohnen sich…

Es folgt ein „relativ steiler Anstieg auf etwa einem Kilometer“, aber Jan Ullrich verspricht: „Die Qualen lohnen sich, denn oben fährt man auf dem Bergrücken mit wunderschönem Blick auf Weinfelden und den Säntis.“ Einkehren kann man auch: im Restaurant Thurberg – etwas abseits der Straße, aber mit dem schönsten Alpenpanorama. Hier empfiehlt Ullrich insbesondere den frischen Most. Weiter auf dem Rücken des Ottenbergs (640 – 680 m) auf einer „schönen kleinen Straße“ am etwas unterhalb gelegenen Stelzenhof (auch ein schönes Gasthaus) und ein paar Bauernhöfen vorbei, dann durch den Wald hinunter nach Berg (550 m). Dort bis zur großen Hauptstraße fahren, links einbiegen und etwa einen Kilometer auf der Straße Richtung Kreuzlingen. Nach dem Bahnübergang rechts nach Graltshausen (577 m) und über Illighausen nach Schönenbaumgarten, von dort auf der Landstraße Richtung Kreuzlingen. „Dort nochmal richtig Gas geben und auf der Abfahrt nach Scherzingen die herrliche Aussicht auf den See genießen.“ Zum Abschluss noch zwei Einkehrtipps von Jan Ullrich: in Bottighofen am Hafen die „Wirtschaft zum Schlössli“, alternativ das „Fischerhaus“ beim Kreuzlinger Campingplatz mit schönem Biergarten. „Beides ist sehr gut für Radler erreichbar, sehr schön am See gelegen und bietet hervorragende Küche.“ Na also.

Adressen:

Restaurant Thurberg
CH-8570 Weinfelden
Tel. +41 (0) 71 622 13 11
www.thurberg.ch

Wirtschaft am Schlössli
Seestraße, CH-8598 Bottighofen
Tel. +41 (0) 71 688 90 92
www.wirtschaftamschloessli.ch

Fischerhaus
Promenadenstraße 52, CH-8

Text: Claudia Antes-Barisch