Aktuell
... jeden Monat frisch aus der seezunge-Redaktion des akzent.
Gerüchteküche März 2008
Neu in Biberach: Das „Adagio“.
Neben dem Kino in Biberach gibt es wieder Kulinarisches. Nach einer längeren Pause ist das ehemalige "Joe Peña"s" jetzt gewissermaßen reanimiert. Die neue Bar firmiert unter "Adagio – Café -Nightlife im Kino – Bar", und ist schon seit Januar wieder in Betrieb. Oliver Kuhn, der Inhaber des "Schützenkellers", hat sich des einstigen Restaurants angenommen und sein Versprechen wahr gemacht: "Es wird nicht mehr viel an das Joe Peña's erinnern", sagte er kurz vor der Eröffnung, und so ist es. Das „Adagio“ verfolgt ein ganz eigenes Konzept von Gastronomie, welches nicht nur die Kinobesucher anlockt: Die Küche ist bunt gemischt mit Burgern, Fingerfood, Pasta, Salat und einer kleinen Steakkarte. Außerdem soll die Anbindung an den Sternenpalast enger werden, der direkte Durchgang vom Kino in das Lokal ist wieder geöffnet. Von außen sieht alles ganz gut und recht einladend aus – akzent wünscht jedenfalls viel Erfolg.
Text: FW
(D-Bad Schussenried) Heiliger Josef!
Ein Segen, dass der Patron der Schussenrieder Brauerei Jürgen Josef heißt. Der Josef im Namen war nämlich für ihn der unmittelbare Anlass, den Schussenrieder Josefsverein ins Leben zu rufen. Dazu muss man wissen: Bis ins Jahr 1965 war der Josefstag am 19. März in Oberschwaben ein katholischer Feiertag. Aber er wurde- wie so viele Traditionen – ein Opfer der auf Produktivität bedachten neuen Zeit. Bis der Schussenrieder Brauherr Jürgen Josef Ott, der sich den Erhalt oberschwäbischer Traditionen auf die Fahne geschrieben hat, vor einigen Jahren begann, am Josefstag alle Namensvettern in sein Bierkrugmuseum einzuladen. Die Ott’schen Bierbrauer führen nämlich seit Generationen den Namen Josef als Erst- oder Zweitnamen. Der so entstandene Josefsverein zählt inzwischen über 1000 Mitglieder, und auf dem Braugelände gibt es –man staune! – eine eigene St.-Josefskapelle. Jedenfalls wird am 19. März nun wieder der Josefstag gefeiert: Mit allen Josefs, Sepps, Bepps und Josefinen im weiten Umkreis. Um 10 Uhr im Schussenrieder Bierkrugstadel. Mit Musik, einem Gewinnspiel und dem Auftritt des – na, was? – Josefschors.
Schussenrieder Bierkrugmuseum, Tel. +49 (07583) 40411, www.schussenrieder.de
Text: Claudia Antes-Barisch
(D-Konstanz) 25 Jahre Radieschen – eine der ältesten Studentenkneipen von Konstanz kommt in die Jahre und feiert dies gebührend.
"Begonnen hat es mit Studenten", erläutert Mike, zusammen mit Christa ein gastronomisches Urgestein in der Gastro-Szene, "doch die Studenten sind mittlerweile auch über 50". Da aber Mike auch "27 Semester studiert hat", an sich kein Problem: Medizin, Ernährungstechnik und Chemie – eine interessante Grundlage für Gastronomie. Heute stoßen ihre Gäste sogar in der Pariser Bibliothek auf das "Radieschen": "wenn sie nach Konstanz kommen sollten, unbedingt im Radieschen Börek essen", war da zu lesen und – gesagt getan. Die türkische Küche mit studentischen Preisen und lockerer, studentischer Bedienung kommt an – seit Jahren. "Mittlerweile kommen Gäste, mit deren Kindern und Enkeln", das freut uns sehr, ergänzt Christa. Kein Wunder darf gefeiert werden: "ein paar kleine Überraschungen halten wir den ganzen Monat vor, aber besonders freuen wir uns auf das Livekonzert mit Jürgen Waidele". Kein Wunder: hat doch der bekannte Musiker in seinen Lehr&Herrenjahren auch mal hier gejobbt…
Konzert mit Jürgen Waidele, 14.3. ab 21.00. Radieschen, Hohenhausgasse 1; Tel. +49 (07531) 22887
Text: Markus Hotz
(D-Friedrichshafen) Alpen-Initiative.
Unter Federführung der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBE) in Karlsruhe fand Mitte Februar im Friedrichshafener Graf-Zeppelin-Haus eine beachtenswerte Veranstaltung statt: Die RegioMarket Abschlusskonferenz. Unter Teilnahme von Minister Peter Hauk und etlichen Fachleuten widmete sie sich – bei besonderer Berücksichtigung des Alpenraums – den Themen: Wie können Regionen den Herausforderungen globaler Märkte erfolgreich begegnen? Und: Die Entwicklung nachhaltiger Marketingstrategien für die Bereiche Lebensmittel, Tourismus und Gastronomie, erneuerbare Energien. Das RegioMarket Projekt mit beteiligten Regionen im gesamten Alpengebiet – von Frankreich bis nach Slowenien – hat klare Zielsetzungen. Dazu gehören das Schaffen von lokalen und regionalen Energiesystemen, die zu einer hohen Verfügbarkeit von erneuerbaren Energieressourcen führen, das Managen von regionalen Tourismusdestinationen, die nachhaltig produzierte, regionale Qualitätsprodukte und Dienstleistungen berücksichtigen sowie die Produktion und das Marketing von regionalen Landwirtschaftsprodukten mit hoher Qualität unter Berücksichtigung des Erhalts der lokalen Umwelt- und Wirtschaftssysteme. Zu den Partnern gehören verschiedene wissenschaftliche Institute in den Alpenländern. Mit von der Partie sind natürlich auch die PLENUM-Regionen Baden-Württembergs.
Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Griesbachstrasse 1, 76185 Karlsruhe, Tel. +49 (0721) 5600-1289, www.lubw.baden-wuerttemberg.de und www.regiomarket.org
Text: Claudia Antes-Barisch
(A-Vorarlberg) Mais – ganz anders.
Der Vorarlberger Riebelmais, in Verkennung des wirklichen Ursprungslandes (Mittelamerika) auch „Türgga“ (Türken) genannt, feiert ein Comeback. Bis in die 60Jahre war der Riebelmais Hauptbestandteil des „Riebels“, einem zumeist morgens genossenen Brei. Über lange Zeit hinweg zog man dem Brei aus der schmackhaften Kulturpflanze dann aber Gerichte aus Weizengrieß vor. Doch da sich Genießer immer gern von etwas Neuem, in diesem Fall Traditionellem inspirieren lassen, wurde er im Rahmen einer „Genussoffensive Riebel“ nun wieder entdeckt. Und wird im großen Stil gefeiert. Wie vielseitig und zeitgemäß Riebelmais eingesetzt werden kann, bewiesen sieben Spitzenköche von „Vorarlberg isst “ bei der dritten Kochwerkstätte im Wolfurter Cubus. Die rund 250 geladenen Gäste konnten sich an unterschiedlichsten Riebelmais-Kreationen gütlich tun. Kostprobe? Riebelnori, Riebelmais-Flammeri, Riebelsüpple, Wildkräuterriebel uns so weiter. In den kommenden Wochen darf man in Vorarlbergs Gastronmieküchen auf Riebel gefasst sein. – Die Maissorte wird auch auf der Schweizer Seite des Rheintals angebaut und in der Küche verwendet, dort hat sie als "Rheintaler Ribelmais" die geschützte Herkunftsbezeichnung AOC.
www.vorarlbergisst.at, www.ribelmais.ch
Text: Claudia Antes-Barisch
(CH-Weinfelden) Per Gutschein ins Schlaraffenland.
Nicht vergessen: Vom 6. bis zum 9. März wird Weinfelden mit der zum achtem Mal stattfindenen Schlaraffia zum Treffpunkt von Weinliebhabern und Gourmets. In den Ausstellungshallen präsentieren über 120 Produzenten, Händler und Dienstleister ihre Angebote aus der Welt des Genießens: Weine, Biere, Getränke mit oder ohne Alkohol, Spezialitäten, Delikatessen, Fische, Gemüse, Früchte, landwirtschaftliche Produkte, Gourmettipps, Kochbücher, Tisch- und Kücheneinrichtungen, Accessoires. Gastregion ist diesmal das Wallis. Als eines der Messe-Highlights findet am Eröffnungstag die Bekanntgabe der Resultate der Weinprämierung statt: Im Rahmen der neuen Schlaraffia-Weinprämierung können nämlich Weinhändler, Eigenbauproduzenten und Selbstkelterer aus der ganzen Schweiz ihren besten Wein präsentieren. Eine hochkarätige Fachjury bewertet die Weine in Kombination mit sechs im Voraus bekannten Menüs. Im akzent gibt es einen Gutschein für kostenlosen Eintritt.
Schlaraffia Wein- und Gourmetmesse, Rathausplatz, 8570 Weinfelden, Tel. +41 (0) 71 626 45 02, info@schlaraffia-messe.ch, www.schlaraffia-messe.ch
Text: Claudia Antes-Barisch
(D-Radolfzell) Neues Konzept in alten Räumen.
Das Haus hat eine wechselvolle Geschichte: Früher mal beherbergte es das Hotel Victoria, im Laufe der Zeit Lokalitäten unterschiedlichster Couleur und jetzt einen „Goldenen Schwanen“. Nachdem man in Radolfzell schon dachte, das werde ja nie mehr was mit dem großen Haus schräg gegenüber dem Bahnhof. Aber Geschäftsführer Manfred Weber, Mitarbeiterin Tanja Kaupp und Koch Dirk Müller haben fest vor, das gute alte Gemäuer wieder in Schwung zu bringen. Mit einem ausgefeilten Konzept. Dazu gehören eine gutbürgerliche, gesundheitsbewusste Küche mit regionalen Produkten, Steaks, Vegetarischem. Wechselnde Tagesgerichte zum Einheitspreis. Ein – ebenfalls variierendes – Sonntagsmenü. Das Restaurant fasst 70 Plätze, gleich nebenan wartet die Raucherlounge mit Humidor, Cocktails, ausgesuchten Weinen. Hin und wieder sind Musikveranstaltungen geplant, und für die traute Zweisamkeit werden Candlelight-Dinner angeboten. Die Öffnungszeiten: So-Do. 10 bis 1 Uhr, Fr. und Sa. 10 bis 2 Uhr, durchgehend warme Küche
Zum Goldenen Schwanen, Bahnhofsplatz 11, 78315 Radolfzell, Tel. +49 (07732) 30 23 707
Text: Claudia Antes-Barisch
(CH-Thurgau) Antibiotikum gegen Feuerbrand wird zugelassen.
Nach den schweren Schäden, die die Thurgauer Obstproduzenten im vergangenen Jahr durch Feuerbrand erlitten haben, hat das Schweizer Bundesamt für Landwirtschaft den Einsatz des Antibiotikums Streptomycin örtlich begrenzt und befristet während der Hauptinfektionszeit im Frühling 2008 zugelassen. Die Verwendung des Pflanzenschutzmittels ist an strenge Auflagen gebunden: Nur während der Blüte und bei hoher Infektionsgefahr – nur in geschlossenen Niederstammanlagen – der Mindestabstand zum Siedlungsgebiet ist vorgeschrieben – kontrollierte Abgabe des Präparates durch die kantonale Pflanzenschutzstelle – obligatorische Rückgabe der Restmengen. Die Imker werden über die Zulassungen informiert, so dass sie ihre Bienenvölker verschieben könnten. Honig mit Rückständen wird aus dem Verkehr gezogen, die Imker entschädigt. Wegen der „Nebenwirkungen“ (z.B. Bildung von Resistenzen) des umstrittenen Feuerbrandmittels hoffen alle Beteiligten letztlich auf einen günstigen Witterungsverlauf im kommenden Frühjahr. Also: Bitte kein Hagel im Frühjahr!
Text: Claudia Antes-Barisch
(CH – Diessenhofen) Etwas für alle fünf Sinne: Lunch und Jazz – das macht sich gut zusammen.
Das Seminarhotel Unterhof in Diessenhofen – übrigens traumhaft direkt am Rhein gelegen – bietet noch drei Mal in diesem Jahr den so genannten Jazzlunch im Rittersaal an. Am 23. März zum Ostersonntag, am 13. April zum „Frühlingserwachen“ und am 11. Mai, da ist gleichzeitig Muttertag und Pfingstsonntag, kann man sich mit Freunden und/oder der Familie ganz der Musik und dem Schlemmen hingeben. Beginn ist jeweils um 12 Uhr mit der Begrüßung durch das Unterhof-Team und einem Aperitif. Es folgt ein viergängiges Menü – mit Dessertbuffet – zu den jazzigen Klängen des Stefan Christinger Trios. Das Ganze geschichtsnah im historischen Rittersaal, der sich in der aus dem 12.Jahrhundert stammenden Burg befindet. Erwachsene zahlen komplett 48,- SFr, Kinder bis 12 Jahre zahlen pro Altersjahr 3,- SFr.
Seminarhotel Unterhof, Schaffhauserstraße 8, 8253 Diessenhofen, Tel. +41 (0) 52 646 38 11, Reservierung unter +41 (0) 52 646 38 83, www.unterhof.ch
Text: Claudia Antes-Barisch
(D-Stuttgart) Wenn die Wildsau ausfällig wird.
Wildschweine verlieren zunehmend die Hemmung vor der menschlichen Spezies. Oder ist die Sache ganz anders gelagert? Rücken vielleicht eher die Menschen in ihrem stetigen Expansionsdrang den Wildschweinen auf die Schwarte? Wie auch immer: In letzter Zeit häufen sich Meldungen über Wildsäue, die durch geschlossene Terrassentüren stürzen, Geschäfte stürmen oder einfach nur am helllichten Tag über die Straßen flanieren. Den Menschen wird angst und bange. Schließlich handelt es sich bei den Waldbewohnern um respektable Viecher mit einem ausgeprägten Gebiss. Und wenn sie sich oder gar ihren Nachwuchs bedroht fühlen, können sie ganz schön angriffslustig werden. Tatsächlich gibt es, bedingt durch Klimawandel (milde Winter) und den sich ausbreitenden Maisanbau immer mehr Wildschweine. Zudem kennen die Tiere hierzulande keine natürlichen Feinde. Der Landesjagdverband ruft daher seine Mitglieder dazu auf, „jede freie Minute zu nutzen, um – stets unter Beachtung des Tierschutzes – einer übermäßigen Vermehrung entgegenzuwirken“. Ob das einen Einfluss auf das Speisenangebot in der hiesigen Gastronomie hat? Schaun wer mal.
Text: Claudia Antes-Barisch


