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Gastro-Test März 2009
Restaurant Falkenburg
(CH – St. Gallen) Das Restaurant Falkenburg, südlich vom Stadtkern St. Gallens oberhalb des Stadtteils St. Georgen gelegen, ist ein ganzjährig geöffneter Betrieb der Ortsbürgergemeinde St. Gallen. Das Haus an dieser Lage lässt einen freien Blick auf den oberen Bodensee zu, schmiegt sich direkt an Wiesen und einem kleinen Waldstück an und lädt als Ausflugsziel geradezu ein.
Die Anfahrt ist steil, sehr steil und man darf sich fragen, wer schafft es im Winter bis auf den kleinen Parkplatz direkt neben der alten Falkenburg? Der Gastgeber Patrick Wetzold persönlich begleitet uns an den bestellten Tisch direkt am Fenster im neuen Anbau des Wintergartens (65 Plätze). Der Chef des Hauses betreut uns persönlich, sehr zuvorkommend und kompetent. Die Karte, klein aber fein, ganz auf die Region ausgerichtet, leitet uns an diesem kalten Wintertag zu warmen und deftigen Gerichten. Die Schwarzwurzelsuppe mit einem feinen Hauch von Safran, Crème fraîche und frischem Kerbel belebt unseren Geist, schmeckt ausgezeichnet und lässt mit Spannung das Folgende erwarten. Ein Carpaccio vom Hirschfilet an Marronidressing und fein gehobeltem Parmesan steht der wärmenden Suppe in keiner Art und Weise nach. Im bunten Salat, mit etwas zuviel Soja im Hausdressing, findet sich alles an Frischem, was der Winter zu bieten hat. Das Cordon-bleu „Appenzeller Art“, gefüllt mit Mostbröckli (in Rotwein und Gewürzen gepökelter Rinderstotzen, d.h. Fleisch aus der Keule), geräuchert mit ausgesuchten Hölzern und Kräutern) und Appenzellerkäse mit einer liebevoll angerichteten Gemüsegarnitur, stammt nicht wie üblich vom Schwein oder Kalb, sondern vom Thurgauer Freilandhuhn. Auf diese Art kreiert ist es extra saftig und extra würzig! Die in Merlot zart geschmorten Kalbsbacken, ein mitgebrachtes Rezept von Küchenchef Frank Mayling-Lloyd, mit einer von meiner Grossmutter nicht besser gerührten Polenta und Marktgemüse, war ein Gedicht. Dass die biblische Weisheit „wer dich auf die eine Backe haut, dem halte auch die andere hin“ im kulinarischen und übertragenen Sinne zutrifft, zeigte sich auch auf dem Teller. Während die eine Seite von Zartheit nicht zu übertreffen war, bestätigte die andere Seite den Sinn der alten Weisheit – eine Laune der Natur vielleicht? Für die eine Backe aber hat sich die Menü-Entscheidung auf jeden Fall gelohnt! Der ausgesuchte Walliser „Humagne rouge AOC – Maître de Chais“ 2006, war seinen Preis mehr als wert. Gut gepflegt, erfrischende Trinktemperatur und sorgfältig ausgeschenkt durch einen sehr aufmerksamen Gastgeber. Die Empfehlung zum Dessert überließen wir dem Service und wurden angenehm überrascht. Eine Auswahl von „Frank’s Kreationen“, von Zimt- über Lebkuchen- bis hin zu Vanilleeis und einem Meringues-Parfait, zart schmelzend und himmlisch zum Genießen.
Fazit: Ein kreatives und eigenwilliges Team in Küche und Service, das sich über den Dächern von St. Gallen für den kleinen und großen Hunger einiges einfallen lässt.
Restaurant Falkenburg
CH-9000 St. Gallen, Falkenburgstrasse 25
Tel. +41 (0)71 222 55 81, Fax +41 (0)71 220 92 81
falkenburgsg@bluewin.ch, www.falkenburgsg.ch
Öffnungszeiten: ganzjährig 7 Tage geöffnet, Mo. – Sa. 11 – 23 Uhr, So. 11 – 22 Uhr,
Warme Küche: Mo. – Sa. 11 – 21.30 Uhr, So. 11 – 20.30 Uhr
Lunchteller ab 25 SFr, Menüs ab 50 SFr (3 Gänge), à la carte bis 89 SFr (5 Gänge), Vegi ab 27 Sfr
Text: Peter Hofstetter
Gasthaus zum Hecht
(CH – Mammern) Das beschauliche Mammern am Untersee ist nur wenige Kilometer von Stein am Rhein entfernt. Direkt an der Uferstraße nach Konstanz liegt ein typisches Thurgauer Wirtshaus: der Hecht, bekannt für Fischspezialitäten aus Untersee und Rhein, die frisch vom Fischernetz auf den Tisch kommen.
Wir werden herzlich empfangen und fühlen uns in der guten Stube des Hauses sehr wohl. Der Name des Restaurants wird anschaulich illustriert durch einen Riesenhecht, der am Nebentisch mit zahlreichen leckeren Beilagen aufgefahren wird. Die Chefin erzählt stolz, dass sie keine Mühe und Zeit gescheut und mit etlichen Fischern von beiden Ufern telefoniert hätte, um in der kalten Winterzeit den stattlichen Fisch zu bekommen. Wir haben keinen Hecht vorbestellt und entscheiden uns für das „Fischmenü Patron“, bei dem der Chef Hans-Rudolf Dietrich drei unterschiedliche Fische in drei Überraschungsgängen für 47 Franken anbietet. Zum Einstieg empfiehlt uns die freundliche Dame vom Service noch zwei Vorspeisen aus der Tageskarte: eine Morchelterrine an knackigem Salat und ein gebundenes Thurgauer Weinsüppchen. Die Qualität der Morchelterrine ist solide, wie man sie etwa von einem guten Metzger erwartet, dazu wird ein leicht säuerliches Früchtekonfit gereicht. Das samtige Schaumsüppchen mit markanter Weinnote vom Riesling, fein aufgeschlagen und würzig abgeschmeckt, vermag uns mehr zu überzeugen. Auf der breit gefächerten Weinkarte finden wir eines der letzten Meisterwerke des 2008 verstorbenen Thurgauer „Kultwinzers“ Hans Ulrich Kesselring: einen Welschriesling 2006, der sich durch seine Leichtigkeit, Frische und reintönige Art als ein exzellenter Fischbegleiter erweist. Zuerst genießen wir ein fangfrisches Felchen mit Salzkartoffeln. Das Fischchen ist leicht mehliert und äußerst gefühlvoll in hauchzarter Eihülle zubereitet. Die hausgemachte Sauce Tartare schmeckt auch recht lecker, aber ihre Senf- und Säuretöne wirken etwas dominant gegenüber dem feinsinnig zubereiteten Felchenfilet. Die darauffolgende Lachsforelle ist in Butter angebraten und brutzelt fast noch auf einem wirklich sehr heißen Teller neben einem vielseitigen Potpourri von Wintergemüse: simpel, schnörkellos und gut. Der gedünstete Zander, ebenso auf den Punkt gegart, liegt auf einer gehaltvollen Wein-Estragon-Sauce, die uns ohne den Parboiled-Reis besser geschmeckt hätte. Obwohl gut gesättigt, werfen wir einen Blick auf die Dessertkarte und entdecken, dass man zum Glück außer Eisvariationen auch einzelne Kugeln Sorbet und Eis ordern kann, die von passend dazu ausgesuchten Likören und Obstwässerchen „aufgeheitert“ werden. So lassen wir uns ein Eiercognac-Orangen-Eis mit Grand Marnier und eine Kugel Kaffee-Eis mit Amaretto auf der Zunge zergehen und beäugen die Grappe von Sassicaia, Tignanello und Poli, sowie die gute Auswahl regionaler Brände, die wir bei unserem nächsten Besuch unbedingt probieren wollen.
Fazit: Gute frische Fischküche. Angenehme Atmosphäre, herzlicher Service und intaktes Preis-Leistungs-Verhältnis.
CH-8265 Mammern, Tel. 052 741 24 63, Fax 052 741 52 07, info@hecht-mammern.ch, www.hecht-mammern.ch
geöffnet Fr.-Di. 8.30 -22 Uhr, Küche ab 11.30 und ab 17.30, Ruhetag Mi. u. Do.
Hauptgerichte 14-52 SFr, 3-Gang-Menü 47 SFr
Betriebsferien 16. Feb. – 13 März
Text: Gert Höcherl
Ristorante Pizzeria Lamm
(D-Markdorf) Verblasst bei Ihnen die Erinnerung an den letzten Italienurlaub bereits etwas? Direkt an der Ravensburger Straße in Markdorf gelegen, lädt das Lamm zu einem kulinarischen Ausflug ins Sehnsuchtsland der Deutschen.
Von außen recht unscheinbar, präsentiert sich das Ristorante Lamm innen um so einladender. Die Wände sind in warmem Gelb gehalten, dazu passend Vorhänge in mediterranen Gelb- und Apricottönen. Wir nehmen auf einer der gemütliche Eckbänke Platz. Sofort fällt uns aus zwei Gründen der Holzofen hinter der Theke auf: Wegen seiner schönen Klinkerstein-Einfassung, und weil er den einladenden Duft frisch gebackener Pizzen verströmt. Die Speisekarte offenbart eine Vielzahl landestypischer Pasta- und Risottogerichte und ein großes Pizzaangebot, das zusätzlich zu den bekannten Klassikern auch einige ideenreichere Kreationen beinhaltet. Hinzu kommt eine Auswahl italienischer Fleisch- und Fischgerichte. Überschaubarer: die Weinkarte. Hier finden sich passende Tropfen aus den bekannten Anbaugebieten Italiens. Als Antipasto serviert die herzliche und aufmerksame Bedienung Mozzarella mit Tomaten, der auf einigen Blättern Lollo Rosso mit schwarzen Oliven, Basilikum und frischer Petersilie appetitlich angerichtet ist. Erfreulicher Weise schmecken die Tomaten trotz der winterlichen Jahreszeit aromatisch. Das i-Tüpfelchen – frisches Basilikum – fehlt leider. Als Ersatz muss die getrocknete Variante herhalten. Das empfohlene und ansprechend dekorierte Hauptgericht – Linguine von filetto di Luccio – indes ist tadellos: die Bandnudeln sind al dente, die Stücke vom Zanderfilet harmonieren mit der perfekt abgeschmeckten Soße aus frischen Tomaten. Basilikum und Knoblauch verleihen dem Gericht eine intensive, wohlschmeckende Würze. Der Renner scheinen die riesigen, reichbelegten Pizzen zu sein, die frisch aus dem Holzofen kommend rings um uns serviert werden. Wer trotz der üppig bemessenen Portionen noch Platz für ein Dessert findet, kann zwischen den italienischen Klassikern – Tiramisu und Panna Cotta – wählen. Das cremige, hausgemachte Tiramisu wird mit einem Klecks aufgeschäumter Vanillesoße gereicht, und schmeckt einfach lecker. Einziger Wermutstropfen ist, dass es etwas zu kühl aufbewahrt wurde. Fazit: Nicht nur den Durchfahrenden empfehlen wir einen Stopp in Markdorf: Das Lamm ist einen gezielten Besuch wert und bietet allen Liebhabern der italienischen Küche ein umfangreiches Angebot schmackhafter Gerichte sowie ausgesprochen freundlichen Service.
Ristorante Pizzeria Lamm
Ravensburger Straße 12, D – 88677 Markdorf
Tel.: +49 (07544) 96 47 99
www.pizzerialamm.de
Öffnungszeiten: Di – So: 11 – 14 und 17 – 24 Uhr, warme Küche bis 23 Uhr
Montag Ruhetag
Hauptgerichte: Pasta, Pizza und Risotto ab 5 Euro, Fleisch- und Fischgerichte ab 9,50 Euro
Mittagstisch ab 4,50 Euro
Text: Bettina Haller


