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Gastro-Test November 2008

Restaurant Waldrose

Restaurant Waldrose

(CH-Bronschhofen-Rossrüti) Wenn man vom See her die schöne hügelige Straße über Wuppenau nach Wil fährt, weist in Rossrüti (etwa 3 km vor Wil) ein Schild auf der rechten Straßenseite den Weg nach Boxloo zur Waldrose. Oberhalb der Thurebene, in einer Höhe von 680 Metern, versteckt sich das Lokal zwischen Obstbäumen und bietet von seiner traumhaften Terrasse einen eindrucksvollen Blick über die Hügellandschaft des Thurgaus.

Die Waldrose ist schon lange als eine feine kulinarische Adresse bekannt, allerdings weht seit Anfang 2008 ein neuer Wind in der gepflegten Gaststube. Zwei Brüder lenken jetzt die Geschicke des Hauses: Claudio Isenring, Küchenchef und Geschäftsführer, hat vorher als Koch in namhaften Betrieben gearbeitet, der jüngere Amadeo kümmert sich um den Service. Es ist natürlich spannend, was in der „neuen“ Waldrose los ist. Als Gruß schickte die Küche zwei Sorten lecker duftendes Brot und gute Salzbutter. Wir starteten das Menü mit einer Honigmelone, reif, süß und aromatisch, wie man sie wirklich gerne isst, dazu heimischer Rohschinken von guter Qualität, einmal klassisch in dünnen Scheiben geschnitten und einmal aufgerollt und mit Frischkäse gefüllt. Das rahmige Rieslingschaumsüppchen mit frischen Kräutern, fein aufgeschlagen und dezent abgeschmeckt, konnte ebenfalls überzeugen. Dazu mundete ein offener Sauvignon von den Weingärten in Nals (Südtirol). Die feine Kalbsfarcefüllung der stattlichen Pennoni musste gegen die etwas zu mastig geratene Rahmsauce mit zarten Kalbsfleischwürfeli und Waldpilzen, die von Steinpilzgeschmack dominiert wurde, mühevoll ankämpfen: als Idee gut, aber als ganze Portion fast zu heftig. Vollkommene Harmonie dagegen beim „Rindsentrecôte im Chorizomantel und Barolojus mit Gemüse und jungen Ofenkartoffeln“. Die Fleischqualität war spitze, die pikant gewürzte pavé-förmige Tranche perfekt à point gegrillt, tadellos das bissfeste Sommergemüse. Die Rosmarinkartoffeln mit zarter Haut, als Wedges im Ofen gebraten, passten gut zur kräftigen Barolojus. Der offene Fustoquattro von Huber (Tessin) kam neben dem Aromenfeuerwerk des Hauptgangs als etwas leichtgewichtig daher, der holzfassgeprägte Tancredi von Donnafugata (Sizilien) hatte da mehr Durchsetzungsvermögen. Als Flaschen bietet die Weinkarte neben guten Italienern (Gavi di Gavi von Bergaglio, Soave von Gini, Moscato di Pantelleria von Salvatore Murano) auch einen Picado von Donatsch in Malans (Bündner Herrschaft), sowie interessante Weine aus der Neuen Welt. Der milde aromatische Espresso, Marke „Scirocco“, den wir für einen uns unbekannten Süditaliener hielten, kommt zu unserer Überraschung aus der Zentralschweiz. Das erzählte uns Amadeo Isenring, der zum Kaffee feines Marzipanmürbegebäck reichte. Vorher ließen wir uns einen gratinierten Zwetschgenfächer mit knackigen aromatischen Zwetschgen aus Boxloo schmecken, der von gutem Vanilleeis gekrönt war.
Fazit: Ambitionierte Karte, gediegenes Ambiente. Der Hauptgang zeugt vom großen Potenzial der neuen Waldrose-Küche.

Restaurant Waldrose, CH-9512 Bronschhofen-Rossrüti, Boxloo, Tel. 071 911 18 51,
, www.waldrose-boxloo.ch
geöffnet Di.-So. 11-24 Uhr, Ruhetag Mo.
Hauptgerichte 25-44 SFr, Menü 68 SFr, Mittagsmenü 36 SFr

Text: Gert Höcherl

Ristorante Credo

Ristorante Credo

(D-Friedrichshafen) In der Nähe des Flughafens und in Nachbarschaft zur Messe, genauer im Erdgeschoss des "Competence Park Friedrichshafen", einem multifunktionalen Zentrum für Unternehmen und Institutionen aus dem Dienstleitungs- und Technologiebereich, ist das "Ristorante Credo“ beheimatet.

Drei Dinge fallen uns beim Betreten des mehrstöckigen Glasbaus auf: Erstens ist die Räumlichkeit hell und lichtdurchflutet, zweitens ist das Credo ist bereits am frühen Abend gut gefüllt – und drittens die Inneneinrichtung. Statt gemütlichem Italo-Charme und mediterranem Flair, wie sie in vielen italienischen Lokalen vorherrschen, erwartet die Gäste ein modernes Interieur aus dunklem Holz kombiniert mit hellen Stoffen. Stilvoll und elegant würden die einen sagen, kühl und unpersönlich die anderen. Freundlich werden wir vom Servicepersonal begrüßt und bekommen an diesem sonnigen Herbstabend noch einen freien Platz auf der Terrasse. Anders als befürchtet nehmen wir den Lärm der nah vorbeiführenden Straße kaum wahr, und können so unsere ganze Aufmerksamkeit der Speisekarte widmen. Die enthält neben dem obligatorischen Pizza- und Pastaangebot auch eine schöne Auswahl an Salaten, Fleisch- und Fischgerichten. Dazu darf ein edler italienischer Tropfen natürlich nicht fehlen. Gut, dass sich die Weinkarte wie das „Who's who“ der italienischen Weinanbaugebiete liest. Als Vorspeise bestellen wir Ruccola mit Kirschtomaten und Parmesanspalten an Olivenöl-Balsamicodressing – ein Genuss! Der typisch kräftige Ruccola-Geschmack, die fruchtigen Kirschtomaten und die Würzigkeit des Parmesan ergeben ein unschlagbares Trio – einfach und ehrlich. Freude bereitet auch die Hauptspeise: „Tagliatelle con tacchino“. Hinter diesem wohlklingenden Namen verbergen sich ebenso wohlschmeckende Bandnudeln mit Putengeschnetzeltem und Steinpilzen an feiner Sahnesauce. Das Fleisch ist zart, die Nudeln haben exakt den richtigen Biss und werden von der samtigen Sahnesauce, deren Hauptgeschmacksträger die frischen Steinpilze bilden, in der richtigen Dosierung ummantelt. Garantiert kein Diätessen, aber eine Sünde wert! Zum Dessert gibt’s den Klassiker: hausgemachtes Tiramisu. Ansprechend serviert, wunderbar cremig, doch einen Hauch zu süß, bestreitet es den würdigen aber nicht krönenden Abschluss unseres kulinarischen Italien-Ausflugs.
Fazit: Wer Sehnsucht nach dem Süden hat, kann sich mit einem Besuch im Credo zumindest kulinarisch nach „Bella Italia“ versetzen lassen. Unser Tipp: Unbedingt reservieren!

Ristorante Credo
Otto-Lilienthal-Straße 2, D-88046 Friedrichshafen
Tel. +49 (07541) 374 78 98, Fax 374 78 96
www.credo-ristorante.com
Täglich geöffnet, warme Küche 10 – 22 Uhr
Hauptgerichte: Pasta und Pizza ab 6 Euro, Fleisch- und Fischgerichte ab 16 Euro, Mittagstisch: ab 6 Euro


Text: Sandra Weinmann