Messer und Gabel

ein akzent-Produkt Impressum

Jetzt bestellen:

seezunge
seezunge 2010


Weitere Highlights aus dem akzent-Verlag:

akzent-Magazin
www.akzent-magazin.com

sinnior
www.sinnior.de

Aktuell

... jeden Monat frisch aus der seezunge-Redaktion des akzent.

Gastro-Test Dezember 2007

Restaurant Segreto

Restaurant Segreto

(CH-Wittenbach-Kronbühl) Das Segreto liegt nahe der Stadtgrenze St. Gallens und ist mit dem Auto gut erreichbar. Schon der Aufgang zum Restaurant lässt italienische Köstlichkeiten vermuten, denn der Weg ist gesäumt von Zedernbäumen. Man wähnt sich auf den

Jens Rens begrüßt uns zuvorkommend und korrekt. Zum Aperitif reicht man uns handgefertigte, köstliche Grissini. Nach dem Studium der Speisekarte und der Weinkarte entscheiden wir uns zum einen für das Menü „I classici del Segreto“ und zum anderen für das „Adesso“. Das Weinangebot kann als vorbildlich bezeichnet werden mit Hauptaspekt auf Italien. Die angebrochene Flasche Wein kann während sieben Tagen perfekt versiegelt werden, oder sie kann in der Segreto-Tragetasche mit auf den Heimweg genommen werden. Am Schluss wird sogar eine diskrete Alkoholkontrolle angeboten. Als erster Gang erwartet meine Tischpartnerin eine Entenstopfleber mit einer Sauce aus Kirschen und Ingwerschaum mit Zitrone, serviert mit einem Glas süßen Riesling mit dezenter Säure. Ich erfreue mich an Tauben-Confit an Olivenöl mit einem Salat aus Castelluccio-Linsen an einer Vinaigrette aus schwarzem Trüffel zusammen mit einem Glas Chardonnay aus dem Offenausschank. Die Linsen haben noch leichten Biss und sind köstlich abgeschmeckt mit der Trüffelvinaigrette. Als weiteres Primo wählen wir die hausgemachten Teigtaschen an Butter und Salbei mit einem Sugo aus Kalbfleisch und die Kakao-Teighütchen gefüllt mit geräuchertem Emmentaler an einem Rotkraut-Consommé mit Zimtaroma. Nun fühlen wir uns vollständig in ein piemontesisches Restaurant versetzt und spüren, dass Keisuke Nakamoto seine Kenntnisse von der Nonna des „I Bologna“ aus Tanaro im Piemont erworben hat. Die Ummantelung der Teigtaschen ist so dünn, dass sie auf der Zunge zerschmelzen und der Inhalt sein volles Aroma entfalten kann und unseren Gaumen toll verwöhnt. Als Hauptgang setzen wir unsere kulinarische Reise mit Confit aus knuspriger Challan-Ente und Entenleber mit schwarzen getrockneten Oliven und einer Marmelade aus Äpfeln und Rettich sowie dem Appenzeller Lammrücken „68/12“ mit Fenchelsamen und Fenchel in drei Konsistenzen. Die „68/12“ des Lammrückens hat dabei nichts mit dem Alter des Lamms oder der Größe des Tieres zu tun, sondern mit der Zubereitungsart: 12 Stunden bei 68 Grad im Ofen. Diese Art der Zubereitung ist besonders schonend und verleiht dem Fleisch eine solch mürbe Konsistenz, dass das Messer fast vergessen werden kann. Dazu trinken wir eine kleine Flasche Bordeaux Domaine de Chevalier 1999, der die beiden Gänge vorzüglich abrundet. Zum Abschluss genießen wir beide die Variazione di cioccolate di „araguani di Valrhona“, welche unseren Gaumen in den siebten Schokoladehimmel führen. Fazit: Die frische piemontesische Küche mit einem Hauch von Asien des Küchenchefs Nakamoto verdient mehr als Respekt. Sie sorgt für italienische Gaumenfreuden, die mehr als 14 Gault-Millau-Punkte verdient. Gerne hätten wir das Kompliment an den Koch direkt weitergegeben.

Restaurant Segreto, Ziegeleistrasse 12, CH-9302 Wittenbach-Kronbühl, Tel. 0041 71 290 11 11, Fax 00 41 71 290 11 17, www.segreto.ch,
Samstagmittag, Sonntagabend und Montag geschlossen
Hauptgerichte 39-42 SFr, Menüs 75-97 SFr, Degustation

Text: Daniel Deschwanden